Durch einen kürzlichen Todesfall in meiner Familie bin ich darauf gekommen mich doch mal etwas näher mit der eigenen Familie, bzw. meinen Vorfahren zu beschäftigen. Wer waren z.B. die Eltern meiner Großeltern und so weiter. Im Kreise der Familie kam mir der Gedanke, dass es doch sehr praktisch wäre, einen Stammbaum auf dem iPad zu erstellen. So machte ich mich im App-Store auf die Suche nach einer passenden App.
Schnell wurde ich mit Ancestry fündig. Die Bewertungen sind zwar teilweise etwas negativ, unter anderem wird kritisiert, dass man einen Account bei Ancestry.de anlegen muss, um die Daten zu speichern. Ich sehe das aber gerade als großen Vorteil, wenn die Daten in der Cloud gespeichert sind. Damit hat man zum Beispiel die Möglichkeit, mit mehreren Familien-Mitgliedern am gemeinsamen Stammbaum zu arbeiten. Und gerade wenn man sich tiefer in die Vergangenheit bewegt, es also um Urahnen geht, die selbst die eigenen Eltern nicht mehr persönlich kannten, ist es mehr als sinnvoll in der Cloud zu arbeiten. Außerdem gibt Ancestry Hinweise zu Personen, bei denen die eingegebenen Daten mit denen aus Stammbäumen anderer Ancestry-Mitglieder ähnlich sind. Diese Daten lassen sich dann nach entsprechender Prüfung in den eigenen Stammbaum übernehmen.
Die Verwendung von Ancestry.de ist zwar grundsätzlich kostenlos, allerdings ist der Funktionsumfang beschränkt. Insbesondere der Zugriff auf diverse öffentliche Register und Archive ist eingeschränkt. Gerade diese finde ich aber interessant. Und ich bin auch gerne bereit für eine komfortable Dienstleistung Geld zu bezahlen. So habe ich also erstmal für 29,95 Euro eine halbjährige Premium-Mitgliedschaft gebucht.
Mit dem iPad waren recht schnell die ersten Familien-Mitglieder, also Eltern, Kinder, Geschwister, Großeltern etc. eingetragen. Das geht mit der App wirklich sehr komfortabel. Beim Hinzufügen einer neuen Person wird man automatisch nach Ehepartnern, Eltern oder Kindern gefragt und kann die bereits vorhanden Personen auswählen oder eben eine neue Person einfügen. Gerade für das erste Einfügen von Familien-Mitgliedern finde ich die iOS-App sehr praktisch und sogar einfacher als die Website. Die Möglichkeiten auf der Website sind dafür deutlich umfangreicher und sind dann insbesondere bei der weiteren Pflege der Daten besser geeignet.
Sobald sich der Stammbaum füllt und alle unmittelbaren bzw. persönlich bekannten Familien-Mitglieder eingetragen sind wird schnell klar, wie sinnvoll so ein Stammbaum für den Erhalt der Familien-Geschichte ist. Denn selbst die eigenen Eltern waren sich bereits bei den weiteren Vornamen ihrer eigenen Eltern plötzlich nicht mehr ganz so sicher. Glücklicherweise gibt es aber natürlich auch noch ein paar alte Unterlagen und so habe ich innerhalb weniger Tage bereits über 200 Personen eintragen können. Für einen Familienzweig existieren sogar ein paar Daten die zurück bis ins Jahr 1714 reichen.
Und genau da wird Ancestry wirklich interessant. Für diesen Familienzweig existieren nämlich bereits mehrere Stammbäume anderer Ancestry-Mitglieder und so konnte ich z.B. einige Geburtsdaten, für die mir nur eine Jahreszahl vorlag, ein vollständiges Datum finden. Die Übereinstimmung der restlichen Daten war eindeutig, sodass ich diese Daten übernommen habe. Ebenso waren einige Geschwister dieser Vorfahren darunter, die ich dann ebenfalls eingefügt habe.
Mal sehen wohin mich die Reise in die Vergangenheit meiner Familie führt.
