Wie viele von Euch mitbekommen haben, war ich kürzlich drei Wochen in den USA um dort Urlaub zu machen. Insbesondere da ich selbstständig bin, stellt sich für mich bei solch einer Fernreise natürlich die Frage nach einer günstigen Möglichkeit immer und überall online zu sein. Im europäischen Ausland ist das ja zum Glück mittlerweile deutlich einfacher geworden. Insbesondere Vodafone bietet ja jetzt sogar die Möglichkeit je nach Tarif kostenlos oder mit einem kleinen Aufpreis das monatliche Inklusiv-Volumen für das Daten-Roaming im Ausland mitzunutzen. Das ist wie ich finde ein wegweisender Schritt für grenzenloses Internet.
Also Prepaid
Nun gut. In den USA gilt das inklusive Daten-Roaming natürlich nicht. Und die von Vodafone angebotenen Tarife sind hier ebenfalls indiskutabel. Also musste eine andere Lösung her: Prepaid – ohne Kostenrisiko. Aber ich wollte auch unter meiner normalen Mobilfunknummer erreichbar sein und meine Vodafone-Karte in meinem iPhone lassen. Da bietet sich natürlich ein Wireless UMTS Modem an, ein kleiner WLAN-Router in den man eine SIM-Karte steckt. Damit kann man mehrere Geräte per WLAN ins Netz bringen. Also habe ich mir zunächst den Huawei E5 zugelegt. Ein kleines, aber sehr feines Gerät.
Als nächstes musste ich mir einen Anbieter suchen, von dem ich eine passende SIM-Karte für meinen Anwendungszweck bekommen konnte. Also eigentlich eine reine Datenkarte. Telefonieren wollte ich damit nicht und die eventuell über Vodafone anfallenden Telefonkosten sind zumindest überschaubar. Wie es der Zufall so wollte, bekam ich von Micha eine AT&T Micro-SIM-Karte geschenkt, für die er keine Verwendung hatte. Micha hatte das Glück eines der iPads aus einer MeinPaket.de-Aktion zu ergattern bei dem es sich wohl um ein US-Import handelte und in dem diese Karte steckte. Das war genau das was ich brauchte. Nochmal vielen Dank an Micha dafür!
Diese SIM-Karten kann man wohl auch in Deutschland z.B. beim Bohl Shop bestellen, dafür wird aber eine saftige Gebühr verlangt. Allerdings hat der Anbieter auch eine hilfreiche Anleitung zusammengestellt, wie man eine solche Karte aktivieren kann. Mangels AT&T-Netz hier Deutschland konnte ich das natürlich erst testen, bzw. die Karte aktivieren, als ich in den USA war. Bevor ich in den USA mein iPhone und mein iPad wieder aus dem Flugmodus zurückgeholt habe, habe ich zunächst 3G sowie Mobile Daten deaktiviert, um nicht bei der ersten Verbindung im US-Netz in eine Kostenfalle zu laufen.
SIM-Aktivierung
Zu Beginn unserer Reise haben wir Freunde besucht, sodass ich dort erst einmal deren WLAN nutzen konnte und mich in aller Ruhe um die Aktivierung der Karte kümmern konnte. Das war dann nämlich doch nicht ganz so einfach wie vermutet. Da die Micro-SIM-Karte ja bereits mit einem iPad ausgeliefert wurde, sollte man annehmen, dass diese ja mit meinem iPad auch aktivierbar sein sollte. Leider ist das die halbe Wahrheit.
Natürlich ließen sich die ersten Schritte der Anleitung mit dem iPad durchführen. Zumindest bis zu dem Schritt, wo mir von AT&T eine PIN-Nummer per SMS geschickt werden sollte... Auf ein iPad... Ohnehin scheint diese Anleitung nicht mehr ganz aktuell zu sein, denn einige Schritte waren bei mir doch etwas anders. Also SIM wieder raus aus dem iPad und rein ins iPhone. Es dauerte nicht lange und die SMS mit der PIN trudelte ein. Damit konnte ich dann die Aktivierung am mittlerweile ebenfalls eingeschalteten Notebook weitergeführt werden. Ich bekam eine Rufnummer zugewiesen und die Karte war damit theoretisch nutzbar.
Ohne Moos nix los
Ein Prepaid-Tarif funktioniert natürlich nur so lange bis man diesen mit einem entsprechenden Guthaben auffüllt. Und damit kommen wir zum nächsten Problem und dem Punkt wo die Anleitung für mich nicht mehr so richtig zu gebrauchen war. Denn ich wollte die Karte ja mit einem Guthaben für den reinen Datenverkehr und nicht für die Telefonie aufladen. Das schien zunächst gar nicht möglich zu sein, über einen Umweg haben wir schließlich aber doch eine Option dafür gefunden. 500MB für 25,00 USD, das sollte locker reichen. Zumal wir in jedem Hotel und auch in vielen Restaurants oder sonstigen Points of Interest kostenloses WLAN nutzen konnten. Was das angeht, da sind wir hier in Deutschland leider noch ein echtes Entwicklungsland...
Aber gut. Die 25,00 USD wollten dann natürlich auch bezahlt werden. Leider war es aber nicht möglich meine deutsche Kreditkarte zu verwenden, da man auch die Adresse des Karteninhabers angeben musste und nur Adressen in den USA akzeptiert wurden. Das System ließ sich dabei nicht überlisten. Zum Glück waren wir ja bei Freunden, sodass ich dann deren Kreditkarte verwenden konnte. Andere Zahlungsweisen wie PayPal waren hier entgegen der oben genannten Anleitung leider nicht möglich. Also gut, diese Hürde konnten wir dann auch nehmen.
Online?
Dann ging es darum die Karte mit dem soeben gekauften Guthaben in Betrieb zu nehmen und deren Funktion zu testen. Zunächst direkt im iPad bzw. im iPhone und nicht im Huawei-Router, um weitere Fehlerquellen auszuschließen. Was aber nach mehreren Versuchen nicht funktionieren wollte. Es wurde einfach keine Datenverbindung aufgebaut. Also haben wir mit der im iPhone eingelegten Karte die AT&T-Hotline angerufen, was zum Glück auch ohne Telefonie-Guthaben möglich war. Ich bin mir zwar bis heute nicht sicher, ob die unser Anliegen wirklich verstanden haben, auf jeden Fall wurde das Gespräch mit der Aussage beendet, dass diese Karte im iPad und iPhone nicht funktioniert. Und das obwohl die Karte mit einem iPad ausgeliefert wurde...
Nun gut. Nachdem wir also jetzt mehrere Stunden damit verbracht hatten, die mitgebrachte SIM-Karte für mich nutzbar zu machen, haben wir die Karte als letzten Test einfach mal in den Huawei-Router gesteckt. Und siehe da, es hat funktioniert! Ich war mobil online! Und das war genau das was ich wollte – Einfach mit allen Geräten über eine SIM-Karte online gehen zu können. Der Router hat zwar nur Akkulaufzeit von ein paar Stunden, aber ich hatte ohnehin nicht vor stundenlange Online-Sitzungen damit zu machen. Dafür gabs ja das ohnehin meist deutlich schnellere WLAN in den Hotels.
Also, alles nicht ganz so einfach wie vermutet, aber es hat letztendlich funktioniert. Laut der internen Statistik des Routers habe ich in den drei Wochen knapp 170MB an Traffic verbraucht. Etwas weniger als ich vermutet hätte, aber wir konnten ja auch fast überall auf kostenloses WLAN zurückgreifen.
