500 EUR Versandkosten für einen Fatboy-Sitzsack

500 EUR Versandkosten
500 EUR Versandkosten

Vor kurzem haben wir uns einen Fatboy-Sitzsack gekauft. Wir entschieden uns für den Fatboy im Marimekko-Design – wir wollten halt was „flippiges“ im Wohnzimmer haben.

Wir haben diesen dann online direkt beim Hersteller Fatboy in Holland bestellt – Versandkostenfrei, warum also woanders bestellen. Zwei Tage später stand DHL dann mit einem großen Paket vor der Tür. Voller Neugier haben wir den Sack natürlich sofort ausgepackt, mussten aber ernüchternd feststellen, dass das ausgesuchte Design irgendwie gar nicht mit unserem Wohnzimmer harmonierte. Es sah aus wie ein Haufen Bettzeug.

OK dachten wir, tauschen wir den Sitzsack eben gegen einen unifarbenen Sack um, der zudem auch noch deutlich günstiger ist. Damit rächte sich aber nun, dass wir in Holland bestellt hatten – hier lässt sich das 14tägige Rückgaberecht nämlich leider nicht so einfach anwenden.

Ich habe dann also eine eMail an Fatboy geschrieben und nachgefragt, wie der Umtausch ablaufen kann. Nur wenige Stunden später bekam ich die freundliche Antwort, dass ein Umtausch kein Problem sei, allerdings eine Bearbeitungsgebühr in Höhe von 20,00 EUR anfalle. Damit konnte ich leben, denn diese war immer noch geringer als die Differenz zum günstigeren unifarbenen Fatboy. Die verbleibende Differenz wolle man mir dann zurück überweisen. Auf meine erneute Frage, ob und wohin ich den ersten Fatboy schicken soll, wurde mir dann mitgeteilt, dass dieser von DHL abgeholt würde. Prima dachte ich, muss ich also nicht extra zur Post fahren.

Am nächsten Tag rief mich dann eine freundliche Mitarbeiterin von DHL an, teilte mir mit, dass ihr ein Abholungsauftrag vorliege und erkundigte sich wann das Paket abgeholt werden könne. Ich bestätigte ihr, dass eigentlich immer jemand da sei und mir wurde der folgende Tag als Termin genannt.

Wie angekündigt kam dann auch am nächsten Tag der DHL-Fahrer, um das Paket abzuholen. Normalerweise hätte ich erwartet, dass dieser einen vorausgefüllten Abholschein dabei hat, auf dem ich nur die Übergabe quittieren muss. Im Gegenteil: Der Fahrer wunderte sich seinerseits, dass ich keinen vorbereiteten Auftrag für ihn hätte. Ich teilte ihm daraufhin mit, dass nicht ich, sondern der Empfänger der Auftraggeber sei und so holte der Fahrer aus seinem Fahrzeug ein Blanko-Formular, das ich dann mit den Adressen ausfüllen musste. Das kam mir zwar alles etwas komisch vor, aber immerhin war der Fatboy wieder weg und ich hatte eine Quittung.

Eine Woche lang passierte dann gar nichts, also schrieb ich erneut eine eMail an Fatboy, um mich nach dem Verbleib des neuen Sitzsacks zu erkundigen. Ich bekam allerdings außer der Abwesenheitsmitteilung der Sachbearbeiterin erstmal keine Antwort.

Am folgenden Tag wurde die Sache dann interessanter. Ich bekam einen Anruf von DHL, bei dem mir eine freundliche Mitarbeiterin mitteilte, dass der Empfänger die Annahme meiner Lieferung verweigerte....(?!)
Ich habe dann erstmal nachgefragt, wie denn der Auftraggeber die Annahme seines eigenen Auftrags verweigern könne und klar gestellt, dass nicht ich der Auftraggeber bin, sondern das innovative Unternehmen in den Niederlanden. Im Laufe des Gesprächs stellte sich dann heraus, dass die Annahme verweigert wurde, da sich die Versandkosten auf knapp 500,00 EUR (!) beliefen. Diese kamen wohl dadurch zustande, dass das Paket via Luftpost-Express-Overnight-was-weiß-ich versandt wurde – also quasi die schnellste, sicherste und damit teuerste Versandoption überhaupt! Ironischerweise liegt der Firmensitz von Fatboy nicht weit hinter der niederländischen Grenze und von uns aus mit dem Auto in knapp 1½ Stunden zu erreichen. Aber natürlich kann man über entsprechende Umwege auch mit dem Flugzeug dort hin kommen....

Soweit so gut. Ich habe dann mit der DHL-Dame vereinbart, dass ich zunächst selber mit Fatboy Kontakt aufnehmen will und mich dann wieder bei ihr melde. Ich habe also umgehend bei den Holländern angerufen und mich erstmal ganz unverbindlich danach erkundigt, wo denn mein neuer Sitzsack bleibt. Von meinem Gespräch mit DHL habe ich erstmal nichts erwähnt. Ich wurde dann mehrfach im Haus verbunden und habe teilweise in deutsch und englisch versucht mein Anliegen los zu werden. Irgendwann hatte ich dann jemanden an der Leitung, dem der Vorgang bekannt war und mir wurde erstmal vorgeworfen, ich hätte beim Versand einen Fehler gemacht und entgegen der Absprache den Fatboy verschickt und nicht abholen lassen. Der Mitarbeiter hat mich dann auch noch mal auf die horrenden Versandkosten aufmerksam gemacht, die ich verursacht hätte.

Ich habe dann versucht klar zustellen, dass mich keinerlei Schuld träfe, da ich ja überhaupt keinen Auftrag aufgegeben hätte, sondern dass die Abholung wie vereinbart von Fatboy veranlasst wurde. Da sich die Mitarbeiterin, mit der ich den Umtausch vereinbart hatte, nicht im Haus befand ist das Gespräch also erstmal ohne Ergebnis geblieben. Es wurde mir aber zugesichert, dass man den Vorgang prüft und sich wieder bei mir meldet.

Einen Tag später bekam ich dann eine eMail von Fatboy – ein Kollege der abwesenden Mitarbeiterin bat mich auf deren Rückkehr zu warten. Zwischenzeitlich habe ich noch einmal mit DHL telefoniert und meine dortige Ansprechpartnerin auf den aktuellen Stand gebracht – obwohl es ja eigentlich keine neuen Erkenntnisse gab. Dann war erstmal Wochenende.

Am Montag bekam ich dann eine verärgerte eMail von der jetzt nicht mehr abwesenden Mitarbeiterin, in dem ich noch einmal bezichtigt wurde, das ich entgegen der Absprache den Sitzsack nicht habe abholen lassen, sondern zurück geschickt hätte und dass jetzt 500,00 EUR Versandkosten bezahlt werden müssten. Den neuen Sitzsack könne man mir also vorerst nicht schicken.

Ich musste also jetzt noch einmal erklären, dass seitens Fatboy scheinbar ein Fehler passiert ist und dass mich keine Schuld trifft. Nach einigen eMails hin und her wurde mir dann endlich zugesichert, dass der neue Fatboy noch heute verschickt werde. Ich solle dann noch meine Bankverbindung mitteilen, damit man mir die Differenz zum teuren Erstmodell erstatten könne.

Dann ist wieder eine Woche lang nichts passiert. Am darauf folgenden Montag habe ich also erneut eine höfliche eMail geschrieben und mich nach dem Verbleib meines Sitzsacks erkundigt. Als Antwort wurde mir mitgeteilt, dass der neue Sitzsack wohl auf dem Postweg verloren gegangen sei. Man würde mir jetzt nochmals einen neuen Sitzsack schicken....

Dieser kam dann auch endlich zwei Tage später bei uns an, allerdings fehlte immer noch die Überweisung der Differenz. Also wieder eMail schreiben und warten. Antwort: Die Buchhaltung hat soeben die Zahlung veranlasst.... Warum muss man da eigentlich immer so oft nachfragen? Es hat natürlich wieder fast eine Woche gedauert, aber immerhin war der Betrag korrekt.

Insgesamt hat das ganze Hin und Her von der ursprünglichen Bestellung bis zum Eingang des Differenzbetrags über vier Wochen gedauert. Beim nächsten Mal fahre ich lieber zum nächsten Händler und kaufe vor Ort oder bestelle bei Amazon.de.

Bisher 1 Kommentare

  1. Curt - Ambient Living

    Curt - Ambient Living

     

    26. August 2013, 20:36 Uhr

    Toller Artikel! Ich schaue ja manchmal, was die großen der Sitzsack-Szene so treiben und da ist es nett auch mal zu lesen, dass nicht alles fehlerfrei läuft ;) Sehr amüsanter Beitrag, der mir das ein oder andere Schmunzeln entlockt hat. Auch wenn es mir natürlich leid tut, dass Sie den ganzen Stress hatten! Viele Grüße Curt

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