Enttäuschende Illumina 2013 auf Schloss Dyck

Blick über die Hochzeitsbrücke zum Schloss
Blick über die Hochzeitsbrücke zum Schloss

Derzeit findet auf Schloss Dyck die 10. Ausgabe der Illumina statt. Unter dem Namen „illumina 10.0 – 10 Jahre Schloss Dyck“ soll laut Veranstalter ein Spiel mit Zeit und Raum stattfinden, das auf Bewährtes aus den letzten zehn Jahren setzt.

Ich war bereits in den letzten drei Jahren dort und hatte vor allem von meinen ersten beiden Besuchen einige tolle Bilder und Eindrücke mitgebracht. Allerdings war ich im letzten Jahr recht enttäuscht von der Illumina. Auch wenn ein paar brauchbare Bilder dabei herausgekommen sind.

Gestern Abend habe ich mich dann am ersten regenfreien Tag dieser Woche zusammen mit @fronk23 aufgemacht, in der Hoffnung in diesem Jahr nicht wieder enttäuscht zu werden. Wenn mit Bewährtem aus den letzten Jahren geworben wird, dann kann das ja nicht so schlecht sein.

Langweiliger Rundgang 2013

Tja. Wie im letzten Jahr ging die mit Kerzenlichtern gesäumte Wegführung zunächst durch die Schlossanlage, allerdings war hier absolut nichts Aufregendes zu finden. Im Schlosshof waren die Fenster abwechselnd in türkis und lila hinterleuchtet. Mehr nicht. Danach ging es raus in den Park. Hier waren entlang des Weges allerdings nur diverse Bäume relativ willkürlich mit farbigen Strahlern beleuchtet. Eine Inszenierung war für uns nicht erkennbar.

Weiter ging es zur „Nebelbrücke“, die es bereits vor zwei Jahren gab. Das war damals ein sehr dankbares Motiv, allerdings fand ich die Ausleuchtung dieses Jahr deutlich weniger intensiv, so dass sich der Strahleneffekt zwischen den einzelnen Bohlen leider nicht so einstellte. Schade. Chance verpasst.

Der nächste sogenannte Spielort war ein kleiner Teich im Wald, der rundherum in rotes Licht getaucht war. Es ging weiter in einer großen Runde durch den Park, bei der zwischendurch immer mal wieder Bäume beleuchtet waren. Im Grunde wiederholte sich die Szenerie. Nur die Hintergrundbeschallung wechselte. Mal waren es mystische Klänge, mal verschiedene Stimmen. Ist nichts so meins, gehört aber irgendwie dazu. Und ohne Sounduntermalung wäre es noch langweiliger gewesen. Ein paar unscheinbare Projektionen gab es auch, aber die sind kaum aufgefallen. Schade.

Auf dem Weg zur „Trauminsel“, einer Gruppe von freistehenden und im Kreis angeordneten Bäumen, kamen wir im Dunkeln an einer Schafherde vorbei, die wohl im Schutze der Dunkelheit vor den meisten Besuchern verborgen blieb. Dabei hätte man soviel daraus machen können. Die Veranstalter sollten sich mal den viralen Extreme-Sheep-LED-Art-Spot von Samsung ansehen. Nun ja. Immerhin waren die Bäume recht ansprechend beleuchtet. Ein weiterer kleiner Lichtblick war ein sehr starker kegelförmiger Spot, der von einem Turm des Schlosses in den Park strahlte und an vielen Stellen des Rundweges zu sehen war. Aber dieser änderte sich weder in Farbe, Intensität oder Position. Auch da hätte man mehr draus machen können. Wieder schade.

Es ging weiter durch den Wald und wir gelangten zur Hochzeitsbrücke, die sicher zu den beliebtesten Motive im Park von Schloss Dyck zählt. Sie war in blaues und violettes Licht getaucht und es gab sogar eine Nebelmaschine, die alle paar Minuten eine kleine Nebelwolke ausspuckte. Allerdings nur auf einer Seite der Brücke an einer für mich völlig unverständlichen Stelle. Insbesondere da der leichte Wind dieses Wölkchen von der Brücke weg trieb, war diese für einen optischen Effekt eher unbrauchbar. Zwei Nebelmaschinen – auf jeder Seite eine – hätten da sicher geholfen. Auch eine deutliche tiefere Position unter der Brücke nahe der Wasseroberfläche wäre für diese Szene sicher sehr zuträglich gewesen. Und schon wieder sehr schade.

Und da waren wir auch schon im Schlossgarten angekommen in dem das große Finale stattfand. Dabei wurden auf die große Fassade des Schlosses Licht und Animationen projiziert und es gab einen dazu passenden Soundtrack. Das war durchaus sehenswert, aber leider war der Rest des gesamten Rundgangs doch sehr enttäuschend. Schade, schade, schade.

Enttäuschend

Dabei wäre es aus meiner zugegebenermaßen laienhaften Sicht – denn ich bin kein Lichtdesigner, sondern ein Webdesigner und Programmierer, der in seiner Freizeit gerne fotografiert – mit einfachen Mitteln möglich gewesen die Besucher in ihren Bann zu ziehen. Das fehlte in diesem Jahr leider völlig. Noch mehr als im letzten Jahr.

Mir fehlten die Nebelschwaden im Wald, die mystische oder sphärische Stimmungen erzeugen und die einem das Gefühl vermitteln, sich inmitten eines Edgar-Wallace-Films zu befinden. Mir fehlte eine erkennbare Dramaturgie oder Geschichte an den einzelnen Stationen oder Szenen, die hier ja sogar „Spielorte“ heißen. Es geht ja auch nicht nur um tolle Fotomotive. Viele Lichteffekte oder Projektionen kann man nicht fotografieren. Das ist auch völlig ok, aber sie sollen trotzdem verzaubern.

Für mich sah das in diesem Jahr alles relativ willkürlich und unmotiviert aus. Dabei geht es ja auch anders, wie die Vergangenheit gezeigt hat. Es gab Nebelschwaden im Wald oder an der Barockbrücke, bei denen man nur darauf gewartet hat, dass der Hexer gleich auftaucht. Es gab Lagerfeuer aus Licht und Nebel. Es gab schwimmende Klaviere. Es gab Projektionen auf den Wegen, die einem den Eindruck von fließendem Wasser vermittelten. Es gab einen künstlichen Mond. Es gab Feuerfontänen. Es gab in Nebel gehüllte Torbögen. Es gab Projektionen, die eine erkennbare Geschichte erzählt haben. Das alles gab es in diesem Jahr leider nicht.

Und es führt mich unweigerlich zur Entscheidung, ob ich im nächsten Jahr wiederkommen möchte. Derzeit sieht es nicht danach aus. Das ist sehr schade. Ich habe mich in den letzten Jahren immer darauf gefreut.

Bilder habe ich trotzdem ein paar mitgebracht. Ihr findet alle Bilder meiner in der Galerie:

Schlosshof
Schlosshof
Grüner Wald
Grüner Wald
Nebelbrücke
Nebelbrücke
Roter Teich
Roter Teich
Kegel-Spot
Kegel-Spot
Hochzeitsbrücke
Hochzeitsbrücke

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