Internet im Ausland im Urlaub und so

Datenroaming
Datenroaming

Wir waren im Urlaub. In Holland. Es war ein toller Urlaub, aber dazu blogge ich später mal was, wenn ich die vielen Bilder gesichtet habe. Jetzt geht es erstmal ums Internet.

Heutzutage fährt man ja nicht einfach in den Urlaub und freut sich, wenn die Toilette im Ferienhaus oder Hotel sauber ist. Die Ansprüche steigen. Spülmaschine und so muss heute schon sein. Aber das ist ja nicht alles. Viel wichtiger ist ja die Frage wie man das mit diesem Internet im Urlaub macht. Ohne geht ja nicht. Und jetzt kommt mir nicht mit „Mach doch einfach mal zwei Wochen offline“. Nein das will ich nicht und das kann ich ehrlich gesagt auch gar nicht. Ich bin ja selbständig und muss erreichbar sein.

Vor zwei Jahren in den USA hatte ich mir einen mobilen Router zugelegt und mir dann vor Ort einen Prepaid-Tarif gebucht. Außerdem sind die in den USA ja mit dem Free-WiFi recht großzügig. Das hat also irgendwie hingehauen, auch wenn das mit dem Router manchmal schon etwas lästig war.

Letztes Jahr sind wir dann in Deutschland geblieben, genauer gesagt waren wir auf Rügen. Da hatte ich mir also vorab keine weiteren Gedanken gemacht. Was aber rückwirkend betrachtet ein Fehler war. Insbesondere, da es im Ferienhaus kein WLAN gab. Denn die 3G-Verfügbarkeit war auf Rügen doch eher Glücksache, insbesondere in dem Kaff, in dem wir gewohnt haben. Auch unterwegs auf der Insel waren doch sehr große Löcher in der Netzabdeckung. Das hatte ich so nicht erwartet.

Aus Fehlern lernt man aber. Dieses Jahr waren wir wie gesagt in Holland, genauer gesagt in Egmond aan Zee und zum Abschluss noch ein Wochenende in Amsterdam. Bei der Planung der Reise war also insbesondere die WLAN-Verfügbarbeit eines der wichtigsten Kriterien. Und auch über die Roaming-Möglichkeiten habe ich mich vorab genauer informiert.

Im Ferienhaus, das in einer für Holland sehr typischen größeren Ferienanlage lag, wurde mir kostenloses Highspeed-Internet versprochen. Highspeed stimmte, aber kostenlos nicht so ganz. Das galt nämlich nur innerhalb des parkeigenen Servicebereichs. Im Ferienhaus selber wurden für den zweiwöchigen Aufenthalt 30,00 Euro fällig. Das war zwar unerwartet, aber die Kosten fand ich dennoch fair. Immerhin verfügte jeder Bungalow über einen eigenen WLAN-Router, an den man beliebige Geräte koppeln konnte. Auch sonst gab es keine Limitierungen. Und die Internetanbindung war bestens. Ich habe zwar keinen Benchmark laufen lassen, aber die beiden iOS7-Betas die während des Urlaubs zur Verfügung standen, waren in wenigen Minuten auf meinem iPad drauf. Insoweit war ich absolut zufrieden.

Und sonst? Unterwegs und so? Vodafone bietet mit dem ReisePaket Plus eine aus meiner Sicht akzeptable Tarifoption. Für 3,00 Euro am Tag bekommt man je nach Grundtarif 50 oder 100 Minuten/SMS/MB als Inklusiv-Sorglos-Paket. Mir stand das 50er-Paket zur Verfügung. Wenn man die Option vorab per SMS freigeschaltet hat, dann wird der Tarif bei Benutzung automatisch gebucht. Es muss nur das Daten-Roaming aktiviert sein und fertig. Sprachminuten und SMS sind für mich nicht relevant, also mehr als ausreichend. Wenn die 50 MB verbraucht sind (was in der Tat beim Posten von diversen Instagrams schneller geht als man denkt), dann kostet jedes weitere MB 20 Cent. Nicht geschenkt, aber kalkulierbar. Zur Sicherheit kann man ja jederzeit das Roaming deaktivieren. In der Tat wurde mir ein paar Mal per SMS das baldige Ende meines Inklusiv-Volumens mitgeteilt. Das war aber meist Abends, also kurz vor dem rettenden Bungalow-WLAN. Außerdem gab es in vielen Restaurants oder Cafés kostenloses WLAN. Es waren also wirklich nur ein paar wenige zusätzliche Euro.

Wir waren außer am Strand rund um Egmond, Bergen, Schoorl, Alkmaar etc. unterwegs und ich hatte wirklich überall eine super Netzabdeckung mit bandbreitenstarkem 3G. So eine gute und flächendeckende Verfügbarkeit hätte ich in Deutschland auch gerne mal.

Zum Abschluss waren wir noch zwei Nächte in einem Hotel in Amsterdam. Auch hier wurde mir vorher kostenloses Internet versprochen, was sich allerdings nur als Terminal im Foyer entpuppte. Für WLAN im Hotel wurden 5 Euro für 24 Stunden fällig, was ich dann aber gerade noch als akzeptabel bezeichnen würde, weil man dieses Zeitkontingent jederzeit pausieren konnte. Im Endeffekt haben wir sogar nur drei oder vier Stunden verbraucht.

Diese Tarifgestaltung macht allerdings eine recht kunden-unfreundliche Login-/Logout-Prozedur notwendig. Zumal man diese auch benötigt, wenn man das Gerät wechseln möchte, also z.B. vom iPhone auf das iPad. Also erstmal das WLAN auswählen, dann eine sehr lange und handytastatur-unfreundliche URL mit Sonderzeichen etc. im Browser aufrufen, Username und Passwort eintippen und einloggen. Zum Logout muss man dann wieder eine andere URL eingeben und sich ausloggen. Dort erfährt man dann auch sein verbleibendes Zeitguthaben. Erst dann kann man sich mit einem anderen Gerät einloggen. Außerdem war das Funksignal recht instabil, wenn man also rausflog, dann musste man sich neu anmelden. Automatisch ging das nicht. Das Ganze kann man sicher deutlich besser lösen.

Fazit

Wenn ich das alles mal addiere, dann hat mich das komplette Urlaubs-Internet also knapp 90 Euro gekostet. Ist auch ein Stange Geld aber sicher deutlich weniger, als die drei- oder vierstelligen Horror-Rechnungen, von denen in der Vergangenheit mal gerne berichtet wurde. Ich hätte es sicher auch noch etwas günstiger haben können, wenn ich z.B. das Roaming nicht jeden Tag genutzt hätte und mich auf die Bungalow-Flatrate und Free-WiFis beschränkt hätte. Auch das WiFi im Hotel in Amsterdam wäre nicht wirklich nötig gewesen. Aber ich war im Urlaub und wollte frei und flexibel sein. Das war es mir eben wert.

Bisher 2 Kommentare

  1. Micha

    14. August 2013, 11:04 Uhr

    Ein paar Tipps zur Ergänzung:

    - wenn man in Regionen mit schlechterer Versorgung fährt könnte sich ein mobiler Router mit externer Antenne lohnen. LTE ist in der Regel auch deutlich besser verfügbar (ist für mich daher eher ein Vorteil bei der Abdeckung als beim Speed). Da hinken insbesondere die Prepaid - Tarife aber noch hinterher.
    - bei Wahl eines Prepaid - Anbieters im Ausland vorher immer die Netzabdeckung am Urlaubsort prüfen - kann sehr unterschiedlich ausfallen!
    - bei WLAN-Zugängen besteht natürlich grundsätzlich ein höheres Sicherheitsrisiko. Daher möglichst nur verschlüsselte Verbindungen nutzen, insofern man das kann.

  2. Thomas Mielke

    14. August 2013, 12:01 Uhr

    Das mit dem mobilen Router ist schon keine schlechte Sache. Habe ich ja in den USA so gemacht. Ist aber irgendwie auch lästig.

    Aber wenn ich im benachbarten EU-Ausland unterwegs bin, dann will ich mich eigentlich gar nicht mit sowas beschäftigen. Ich will einfach nur mobil online sein können, genauso wie Zuhause auch. Das mit der Roaming-Option von Vodafone ist da schon kein schlechter Weg. Wenn ich allerdings häufiger im Ausland unterwegs wäre, dann ist das natürlich trotzdem viel zu teuer.

    Hier sind die Provider (und die Politik) gefordert, dass man ohne große Hürden und Kosten sein Handy in der ganzen EU zum gleichen Tarif nutzen kann. Das mit den teuren Durchleitungsgebühren ist doch nur vorgeschobenes Blabla der Provider, um die hohen Preise zu rechtfertigen. Vodafone ist Vodafone, T-Mobile ist T-Mobile. Egal ob in Deutschland, Holland, Frankreich oder sonst wo.

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