Meine Erfahrungen mit iMovie auf dem iPad

iMovie Startbildschirm
iMovie Startbildschirm

Nachdem ich also in den USA theoretisch immer und überall online sein konnte, ging es an das nächste Projekt. Der Anlass unserer Reise war ja nicht ursächlich die reine Urlaubs-Reise, sondern die Einladung zur Hochzeit eines Freundes. Da wir leider die Einzigen aus unserem Freundeskreis waren, die die vergleichsweise aufwändige Reise zur Teilnahme an der Hochzeit in die USA unternommen hatten, kam die Idee auf, dass alle Freunde ein kleines Grußvideo drehen und mir dieses per eMail zusenden sollten. Dieses wollte ich dann zusammenschneiden und bei der Hochzeit auf meinem iPad vorführen.

iMovie

Soweit der Plan. Dank iMovie auf dem iPad sollte das ja ein Kinderspiel sein. Dachte ich. Ich hatte mich bisher eigentlich noch nie näher mit Videoschnitt beschäftigt und da hielt ich die Lösung mit iMovie auf dem iPad für die einfachste, auch im Hinblick auf die geringen Kosten für die App. Ein paar Tage vor Reisebeginn habe ich mich zumindest mal kurz damit beschäftigt. In der Tat schien mir die Bedienung recht intuitiv und der Funktionsumfang für den gedachten Anwendungsfall ideal.

Was ich aber nicht bedacht hatte, war wie man Videos, die nicht direkt mit dem iPad gemacht worden sind auf dieses transferieren konnte. Hinzu kam noch, dass mir mit Sicherheit Dateien in sehr unterschiedlichen Video-Formaten geschickt werden würden. Ich bin davon ausgegangen, dass ich Videos die mir per eMail geschickt werden, einfach speichern und dann verwenden könnte. Fehlanzeige. Man kann aus der Mail-App zwar z.B. Bilder in der Camera Roll (Aufnahmen) speichern, nicht aber Videos. Egal in welchem Format diese gesendet werden. Lediglich direkt ansehen kann man diese oder je nach Dateityp z.B. auch in der Dropbox speichern. Nur dort kommt man da mit iMovie nicht ran. iMovie kann nur Videos oder Fotos aus der Camera Roll verwenden. Also müssen die da erst mal hin...

Speicherung

Das war also erste zu lösende Problem: Filme in die Camera Roll zu kopieren. Selbst ein Notebook mit iTunes hilft einem da nicht wirklich weiter, denn damit kann ich auch keine Bilder dorthin kopieren. Die nächste Idee war unter Zuhilfenahme des Camera Connection Kits per USB-Stick oder SD-Karte die Videos zu importieren. Erstmal mussten die Videos also über das Notebook auf einen USB-Stick kopiert und anschließend von dort mit dem Adapter auf das iPad übertragen werden, was aber komischerweise mit keinem meiner beiden verfügbaren Sticks klappen wollte. Auch mit der SD-Karte aus unserer Kompakt-Knipse hatte ich Probleme. Mal klappte es und mal nicht. Selbst wenn ich einige Filme kopieren und abspielen konnte, ließen sich diese nicht unbedingt in iMovie verwenden. Nach längerer Recherche im Netz fand ich dann aber die wirklich geniale Photo Transfer App, mit der man Bilder und Videos von und auf diverse andere Geräte kopieren kann. Damit klappte dann zumindest das Kopieren schon mal zuverlässig.

Aber damit kamen wir dann zum nächsten Problem: Filme in ein iPad- bzw. iMovie-kompatibles Format zu konvertieren. Ich habe mehrere Hotel-Abende damit verbracht um eine Lösung zu finden. Dabei habe ich auf etlichen Websites viele unterschiedliche Informationen gefunden. Leider finde ich jetzt nicht mehr alle Quellen wieder, die mich zu meiner letztendlichen Lösung geführt haben. Zunächst habe ich aber herausgefunden, dass iMovie sehr genaue Vorstellungen hat, welches Format die Dateien haben dürfen. Und dabei ist nicht mal jedes beliebige Apple-Format möglich. Die Datei muss auf jeden Fall ein H.264 Video mit 30 Frames/Sekunde in maximal 720p sein. Es gibt noch diverse andere Spezifikationen, aber mit denen kann ich ehrlich gesagt auch nicht soviel anfangen...

Konvertierung

Es gibt zwar haufenweise Software, die Videos in alle möglichen anderen Formate konvertieren kann, aber meist kann man die Videos (.mov, .mp4, .m4v) dann auf dem iPad nur ansehen. iMovie verweigert dann trotzdem die Verwendung, bzw. zeigt die Videos in der Auswahl gar nicht an. Nun gut, irgendwann habe ich dann den Prism Video Converter gefunden, der zumindest für die private Nutzung kostenlos ist. Damit konnte ich im ersten Schritt alle Videos in ein grundsätzlich Apple-Kompatibles Format konvertieren und dabei die Framerate und das Seitenverhältnisse aller Filme auf die gleiche Basis bringen. Ich habe allerdings auch nach vielen Versuchen keine Einstellung gefunden, mit der ich ein Format erzeugen konnte, das sich mit iMovie verwenden ließ.

Dann fand ich aber noch einen Hinweis, dass ein bestimmtes Profil in der Datei vorhanden sein muss, das man entweder nur mit teurer kostenpflichtiger Software oder am einfachsten mit QuickTimePro erzeugen konnte. Also gut, nach so langer Suche war ich zumindest bereit noch einmal 30 Euro für eine QuickTimePro Lizenz auszugeben. Immerhin ist das von Apple und die Chance, damit etwas iMovie-Kompatibles erzeugen zu können, schien mir hoch. Mit QuickTime lassen sich Videos in sehr vielen Formaten öffnen, aber mit der Pro-Version eben auch in andere Formate exportieren. Ich fand heraus, dass der Export als „Film -> Apple TV“ wohl der richtige wäre. Und in der Tat, damit funktionierte es! Nachdem Export konnte ich alle Filme auf das iPad übertragen und in iMovie verwenden.

Nachdem ich also nach mehreren langen Abenden in Hotelzimmern endlich eine Lösung gefunden hatte alle Filme zu konvertieren und auf das iPad zu kopieren, dauerte das Zusammenschneiden der Filme, das Einbetten von einigen Bildern sowie Hintergrundmusik mit iMovie nur eine gute halbe Stunde. Das Ergebnis kann sich eigentlich sehen lassen, ist aber nur rein privat und daher natürlich hier nicht zu sehen...

Hier noch einmal meine Schritte, um mit iMovie auf dem iPad zu arbeiten:

  • Alle Filme auf dem PC mit Prism Video Converter auf das gleiche Seitenverhältnis und die passende Framerate konvertieren und als QuickTime-Movie (.mov) speichern.
  • Öffnen der konvertierten Filme in QuickTimePro und exportieren als Apple-TV-Film (.m4v)
  • Übertragen der Filme mittels der Photo Transfer App in die Camera Roll auf dem iPad

Fazit

Wenn die einzelnen Filme im passenden Format einmal auf dem iPad sind, lassen sich diese prima mit iMovie zu einem Ganzen zusammenfügen. Das macht dann wirklich Spaß und ist komfortabel und schnell. Allerdings muss Apple dringend dahingehend nachbessern, dass man auch ohne großen Aufwand Filme aus diversen Quellen direkt mit iMovie verwenden kann.

iMovie Bearbeitungsmaske
iMovie Bearbeitungsmaske
Photo Transfer App
Photo Transfer App
Prism Video File Converter
Prism Video File Converter

Bisher 13 Kommentare

  1. Oli
    Oli

     

    26. August 2011, 12:31 Uhr

    Das ist ein super Erfahrungsbericht über iMovie für das iPad.
    Hinzufügen möchte ich, dass iMovie ursprünglich ein natives Filmschnittprogramm für Mac OSX ist und dort mit den ganzen Funktionen ausgestattet ist, welche Du in Deinem Bericht vermisst. Die iPad oder auch iPhone Version von iMovie ist sehr abgespeckt und daher nur eingeschränkt nutzbar.

  2. ennewen
    ennewen

     

    30. September 2011, 15:21 Uhr

    Ich habe das Programm gekauft und getestet.
    Der Upload geht zunächst recht zügig (ca. 10 Sek. für 5 MB Viedeoclip). Danach erscheint auf dem iPad die Anzeige "receiving files from PC". Das war es dann auch schon. Nach einer Viertelstunde habe ich den Dateitransfer abgebrochen. 5 MB waren ja nur Testmaterial. Wie soll da bei größeren Datenmengen funktionieren?
    Meine Frage: Mache ich etwas falsch. Muss ich irgendwelche Einstellungen optimieren?.
    p.s. Ich nutze Vista

  3. Thomas Mielke

    30. September 2011, 15:28 Uhr

    Bei meinem ersten Upload-Versuch mit der Transfer-App hatte ich ein ähnliches Problem. Der Dateitransfer wollte einfach nicht enden. Ich habe dann abgebrochen und die Transfer-App neu gestartet. Danach hat es dann immer funktioniert. Ich habe auch schon 500MB große Dateien übertragen. Das dauert natürlich etwas länger, aber es klappt. Wenn eine Datei nicht iPad-kompatibel ist, wird auch eine entsprechende Fehlermeldung ausgegeben – allerdings erst nach dem Upload.

  4. Michael

    19. Januar 2012, 12:52 Uhr

    Schöner Erfahrungsbericht mit wertvollen Details. Vielen Dank.

  5. Clemens
    Clemens

     

    11. Februar 2012, 18:52 Uhr

    Ich habe ohnehin meine liebe Not, mich in die "Apple-Denke" bezüglich dem Dateiaustausch zwischen den Apps und dem IPAD und dem PC hineinzudenken. Das IPAD ist mein erstes Apple-Produkt. Schön, aber gewöhnungsbedürftig. Ihr beschriebener Workaround hat geholfen, ein paar Nebelschwaden zu vertreiben ...
    Danke.

  6. Thomas
    Thomas

     

    18. April 2012, 17:52 Uhr

    Hallo Thomas,
    hab heute Dein Blog entdeckt. Du hast anscheinend die gleichen Interessen wie ich. und anscheinend gerade das gleiche Problem. :-/
    Vielen Dank für die Darstellung Deiner Lösung. Mal sehen,obs funktioniert. Problem ist nun nur, dass ich jeden Film über Quicktimepro einzeln konvertieren muss. Da fällt Dir auch nichts ein ,oder?
    Schöne Grüße
    Thomas

  7. Thomas
    Thomas

     

    18. April 2012, 20:29 Uhr

    Mhm, fkt. Mit meinem Film leider nicht. Vielleicht liegt es an meinem ersten Konverter, bei dem ich einen anderen genommen habe.
    Ich Teste weiter (iPad 3)

  8. berliner01
    berliner01

     

    20. April 2012, 21:47 Uhr

    Vielen Dank für Deinen ausführlichen Block. Habe das mit dem "Prism Video File Converter" gleich ausprobiert. Und klappt. Habe die Datei dann ohne über den "QuickTimePro " Weg mittels der App "PhotoSync" in "iMovie" übertragen und klappte auch. Warum auch immer, ich bins zufrieden.

  9. X
    X

     

    3. Juni 2012, 20:53 Uhr

    Ich hab gerad nen Youtube Video auf englisch gefunden....hierbei kann man jedes Video in iMovie wieder finden....
    Folgende Schritte hierfür beachten:
    Kostenlos 'formatfactory' runterladen
    Dann die Dateien in .mov wandeln
    Dann per iTunes die Videos Laden - wichtig:unter fotos hierzu Videos einbeziehen anklicken...die Videos müssen also unter den Fotos geladen werden,nicht unter dem oberpunkt Videos!!! So kann man sich die 30euro aus dem oben (gut geschriebenen) Artikel noch sparen ;)

  10. didi
    didi

     

    23. September 2012, 12:43 Uhr

    Vielen Dank für die ausführliche Information.Wir standen vor dem gleichen Problem, haben alle möglichen Konvertierungsprogramme ausprobiert-nichts klappte!! Heute haben wir eine einfache Lösung gefunden. Habe Originalfilme von drei verschiedenen Kameras mit PhotoSync auf Ipad 3 mit Ios 6 ( ohne konvertieren!!! ) übertragen-das war's. Filme sind in iMovie abrufbar und und können bearbeitet werden. Das alles klappte von PC mit Windows 7 und Imac.

  11. mrganini
    mrganini

     

    11. Januar 2013, 18:49 Uhr

    Auch mir wurde Dank des Hinweises auf die Syncronisierungs-Apps geholfen. Der Kniff, so die Videos in die Camera-Roll zu bekommen, ist simpel und effektiv.Vielen Dank!

  12. BB

    1. Mai 2013, 09:30 Uhr

    Super Hinweise! Mein größtes Problem ist, dass ich den App für das IMovie nicht geladen bekomme auf meinem IPad. Ich bekomme immer die Meldung : ich soll in den deutsche AppStore gehen, da ein Download im belgischen nicht möglich wäre. Ich gehe aber immer in den deutschen Store. Hat jemand einen Tipp? Danke BB

  13. Herbert
    Herbert

     

    6. Mai 2013, 17:22 Uhr

    ich bin mit iMovie für ipad ganz gut zurechtgekommen, habe aber jetzt das Problem, dass ich den fertigen Film gerne auf meinen Laptop überspielen würde, weil ich ihn dann dort auch brennen kann. ist mir nicht gelungen. auch ein Versuch, vom iPad auf einen iMac zu spielen klappt nicht.
    kann mir jemand einen Tipp geben ? Danke im Voraus. !!

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