Umrüstung und Umbau einer Wandleuchte mit R7s-Halogenstab auf LED-Technik

R7s Retrofit in 78mm-Ausführung
R7s Retrofit in 78mm-Ausführung

Vor kurzem habe ich darüber berichtet, dass ich in unserem Haus die gesamte Beleuchtung auf LED umgerüstet habe. Bis auf ein paar wenige Ausnahmen. Denn vernünftige Alternativen für Halogenstäbe (R7s 78mm/118mm), wie sie z.B. in vielen Deckenflutern im Einsatz sind, gibt es bisher leider nicht. Allerdings ist hier auch das größte Energie-Einspar-Potenzial, denn die Stäbe gibt es diversen Varianten bis zu 500W. Gerade die hohe Leistung und die damit verbundene Helligkeit dürfte wohl auch das größte Problem bei der Konstruktion von LED-Retrofits sein.

Nun gut. Bei uns im Flur haben wir zwei Wandleuchten, die mit einem 78mm R7s Halogenstab bestückt sind. Jeweils mit 60W. Da wir die Lampen noch nicht so lange haben und diese nicht gerade günstig waren, kommt also ein Austausch der kompletten Lampen nicht in Frage. Ich habe mich nun dazu durch gerungen, eines der angebotenen R7s 78mm Retrofit-Monster im Doppelpack bei Amazon zu bestellen. Mir war schon klar, dass die Leuchten aufgrund der erheblich größeren Bauform gegenüber der Halogenstäbe nicht ohne weiteres in die Wandleuchten passen werden. Dass es aber so aufwendig würde, damit hätte ich nicht gerechnet.

Ich hatte aufgrund der bei Amazon angegebenen Maße gehofft, dass die LEDs in die Leuchten passen würden, wenn ich dort nur das Hitzeschutzblech entferne und somit etwas Platz schaffe. Aber das hat leider nicht gereicht. Die LED musste also kleiner werden...

Der Umbau

Zunächst habe ich das LED-Leuchtmittel komplett zerlegt. Das ging dank der Verschraubung recht einfach und ich war überrascht, dass im Innern noch soviel Platz war. Hier ist also definitiv noch Optimierungspotenzial. Die drei verbauten LED-Chips waren nur in das Alu-Profil eingeschoben, so dass es nahe lag, diese von der Position etwas zu ändern.

Nach etwas Rumexperimentiererei habe ich einfach das Aluminium-Gehäuse mit dem Dremel geteilt und die beiden seitlichen Gehäuseteile aus Kunststoff mit dem Seitenschneider etwas verkleinert. Durch diese beiden Seitenteile werden die LED-Chips beim Zusammenbau etwas einklemmt und geben so halt. Das ist sicher nicht die ideale Lösung nach VDE-Standard, aber es funktioniert.

Im Übrigen kamen die LEDs über den Amazon-Marketplace-Händler Gumptrade direkt aus Großbritannien mit Royal Mail und weder auf der Verpackung noch auf den LEDs war irgendeine Kennzeichnung zu entdecken. Also weder eine Info zu technischen Daten, geschweige denn Hinweise über Zulassungen oder Prüfsiegel. Es ist also ohnehin fraglich, ob diese Leuchtmittel in Deutschland offiziell verkauft werden dürfen...

Das Ergebnis

Nach dem Einbau in eine der beiden Wandleuchten konnte ich einen ersten Vergleich machen. Der bei Amazon angegebene Lichtstrom von 400 Lumen scheint zumindest nicht gelogen zu sein. Im direkten Vergleich kann es die LED mit dem 60W Halogenstab aufnehmen. Die Helligkeit würde ich als etwa gleichwertig einstufen. Was die Lichtfarbe angeht – die mit 3000K angegeben ist – fällt diese natürlich gegenüber des Halogenstabs etwas kühler aus. Im Flur ist das aber durchaus akzeptabel. Infos zum Farbwiedergabeindex CRI liegen nicht vor, ich denke aber, dass dieser nicht unbedingt ein Spitzenwert sein wird. Nun gut.

Nach dem Umbau der zweiten Leuchte fällt aber leider eine deutlichen Serienstreuung auf. Die Helligkeit ist zwar gleich, aber die Farbtemperatur weicht doch sichtbar voneinander ab. Definitiv ein Minuspunkt. Insbesondere, wenn man bedenkt, dass diese ja im Doppelpack verkauft werden. Schade. Auch wenn es wahrscheinlich im Alltag nicht auffallen wird.

Fazit

Mein Fazit ist eher durchwachsen. Der Umbau hat zwar grundsätzlich geklappt. Aber das Ergebnis der Lichtqualität ist doch eher enttäuschend. Da hätte ich etwas mehr erwartet. Ich werde mich also weiterhin nach Alternativen für Halogenstäbe umschauen und hoffe in Zukunft noch etwas Besseres zu finden.

Vielleicht optimiere ich die Position der LED-Chips auch noch ein wenig, so dass ich auf das Alu-Gehäuse komplett verzichte und mir selbst eine Halterung baue. Dort könnten dann zwei der Chips nach unten und einer nach oben leuchten (oder umgekehrt).

(Achtung: Bitte nicht nachmachen. Diese Art von Umbau darf nur von ausgebildeten Elektrofachkräften vorgenommen werden. Ich übernehme keine Haftung für eventuelle Schäden oder Unfälle.)

Update (08.08.2014)
Tja. Eine der beiden umgebauten Leuchtmittel hat vor ein paar Tagen den Geist aufgegeben. Und ich gehe nicht davon aus, dass das an meinem Umbau liegt. Irgendwie hatte ich bei diesem Noname-China-Zoichs schon damit gerechnet, dass das nicht so lange hält. Schade. Mal sehen, durch was ich das jetzt austausche. Einen herkömmlichen Halogenstab möchte ich da aber auch nicht mehr einsetzen...

Update (Januar 2015)
Ich muss mein letztes Update widerrufen. Das LED-Leuchtmittel funktioniert nun doch schon etwas länger wieder. In der Fassung war ein Wackelkontakt...

Update (März 2016)
Seit dem Umbau ist doch etwas Zeit vergangen und inzwischen gibt es einige brauchbare R7s LED-Retrofits, meist in runden Acrylgehäusen. Diese sind deutlich schlanker und sollten sich in die meisten Lampen ohne Umbau einsetzen lassen. Ich habe in meinen beiden Wandleuchten jeweils eine 500 Lumen LED vom LUMIXON eingesetzt und bin sehr zufrieden damit. Die Helligkeit ist etwas besser und die beiden LEDs haben eine angenehmere und vor allem identische Farbtemperatur.

Das zerlegte Leuchtmittel
Das zerlegte Leuchtmittel
Aluminium-Gehäuse vorher (links) und nachher (rechts)
Aluminium-Gehäuse vorher (links) und nachher (rechts)
Der fertige Umbau der LED in der Wandleuchte ausgeschaltet...
Der fertige Umbau der LED in der Wandleuchte ausgeschaltet...
...und eingeschaltet
...und eingeschaltet

Bisher 6 Kommentare

  1. Det

    1. Dezember 2014, 16:07 Uhr

  2. TO

    TO

     

    24. Januar 2015, 20:02 Uhr

    Hallo,
    eine kurze Anmerkung zu dem Umbau:
    Ich finde diesen wirklich toll jedoch kann ich genau wegen warum die erste LED den geist aufgegeben hat!
    Der Aluminium Körper dient als Kühlkörper und sollte die Hitze ableiten.
    Somit ist ganz klar die Kühlung der Knackpunkt nicht die Ware

  3. Ridlewski

    Ridlewski

     

    21. Juli 2015, 09:14 Uhr

    Bin auch zum LED Fan geworden in und Außenbeleuchtung auf der Laube Steinel und LVA mit Fernbedienung außen Sensorbirnen und zuhause Birne kaputt LEDs rein geile Sache

  4. Mikr

    Mikr

     

    15. Juli 2017, 21:48 Uhr

    Ich muss jetzt meine Lampen auch umrüsten, wir haben aus der gleichen Serie die 2 und 3 flammigen.
    Die LED-Stäbe von Osram mit 80W sterben wie die Fliegen; das kostet zwar nicht viel, aber das auswechseln nervt.

    Leider gibt es für R7s mit 78mm einfach keine wirklich lichtstarken und gleichzeitig haltbaren LEDs... die 80W Osram Halogen liefern 1450 Lumen, die hellste zuverlässige LED-Leuchte kommt auf 650 Lumen.

    Nachdem die Lampen aber in den größeren Varianten noch jeweils etwas Platz links und rechts von den Fassungen haben, werde ich wohl auf eine 118 mm Fassung umrüsten, dort gibt es dann auch sinnvolle LEDs mit 1000 und mehr Lumen.

  5. Thomas Steffens

    7. November 2017, 15:54 Uhr

    Hallo Thomas,
    ich habe mit großem Interesse Deine Vorgehensweise beim Umbau der oben abgebildeten Lampe gelesen. Auch Deine anderen Bogeinträge zum Thema Retrofit auf LED’s und auch die Vielzahl an Leserkommentaren hab ich gelesen. Ich komme zu dem Ergebnis das Du wohl einen recht guten Kenntnisstand zu diesem Thema hast. Da auch ich mich seit längerem mit dem Umbau von Lampen auf LED’s beschäftige ist mir ein technischer Aspekt aufgefallen der enorm wichtig ist, aber leider bislang weitgehend unberücksichtigt blieb.
    Das Wärmemanagement der LED’s
    Bestimmt stimmen wir dahingehen überein das LED’s bedeuten weniger Wärme abgeben als Glühbirnen. Aber sie geben doch auch Wärme ab. Bei einer 3 oder 5 Watt Lampe mag das noch relativ unbedeutend sein, bei 10, 30 oder 50 Watt entscheidet die korrekte Wärmeableitung jedoch über Sieg oder Niederlage.
    Wenn man sich die Datenblätter der Hersteller betrachtet, stellt man unisono fest, das zwischen DIE (Das DIE ist die Halbleiterschicht in der das Licht erzeugt wird)Temperatur und Lebensdauer ein untrennbarer Zusammenhang besteht. Generell gilt – Je kühler das LED ist desto höher die Lebensdauer.
    Grob zusammengefasst kann man etwa Skizzieren das eine Maximale Temperatur von etwa 60 Grad am Kühlkörper des LED nicht überschritten werden sollte.
    Unvorteilhafter Weise sind praktisch 100% der im Wohnbereich eingesetzten LED Lampen auf Konvektionskühlung angewiesen. Erschwerend kommt noch hinzu das viele Lampen die LED Leuchtmittel weitgehend oder vollständig umschließen. Damit kann das LED Leuchtmittel die Abfallwärme praktisch nicht abführen. Aufgrund von erheblicher Temperaturüberschreitung am DIE als auch an der erforderlichen Vorschaltelektronik erreicht das LED Leuchtmittel niemals die vom Hersteller zugesicherten 10.000 Betriebsstunden. In dem Zusammenhang möchte ich nur in einem Nebensatz darauf hinweisen das auch die in der Vorschaltelektronik verwendeten Kondensatoren mit höherer Temperatur früher ausfallen.
    Leider drängt sich mir beim Betrachten des oben abgebildeten Umbaus der Eindruck auf das zugunsten des Einbauraums bzw. der Funktion die Wärmeabfuhr weitgehend unberücksichtigt blieb. Die unausweichliche Konsequenz wird ein frühzeitiger Ausfalle der COB (Chip on Board) LED sein.
    Da ich vor etwa vier Jahren vor einenm nahezu identischen Problem stand, nämlich einer Stromfressenden 120W Halogenröhre in der Küche mittels LED Einhalt zu gebieten.
    Da ich aufgrund Abwesenheit eines weiblichen Mitbewohners – vulgo Ehefrau – nicht so sehr auf ästhetische Aspekte achten muss ist mein Umbau auf ein 40W COB auch eher Funktional gestaltet.
    Allerdings funktioniert dieser Umbau bereits seit ca. 4 Jahren. Und bei einem reinen Material Anschaffungspreis von ca. 15€ über Ebay haben sich die 40W LED Stromkosten im Vergleich zu den 120W Halogensromkosten bereits mehrfach amortisiert.
    Ich hoffe mit meiner Ausführung einen Gedankenanstoß gegeben zu haben sodass die LED Leuchtmittel öfters die Lange Lebensdauer erreichen für die sie Ja gebaut wurden.
    Grüß Thomas
    PS.
    Ich füge vier Fotos aus meinem online Fotoalbum an, auf dem die von mir beschriebe Küchenlampe zu sehen ist.
    https://photos.app.goo.gl/3kuoqduaE6W6GH6f2
    https://photos.app.goo.gl/xU9lGWhcNmQahECt2
    https://photos.app.goo.gl/l33Xjqpb3fpN1ln82
    https://photos.app.goo.gl/ClDqDMTdf20Tx86q1

  6. Thomas Mielke

    7. November 2017, 18:45 Uhr

    @Thomas: Danke für Deinen ausführlichen Kommentar. In der Tat ist die Kühlung bzw. Wärmeabfuhr auch bei LEDs ein wichtiger Aspekt. Auch wenn diese natürlich nicht so heiß werden, wie eine Glühlampe oder ein Halogenstab.

    Die (ehemaligen) Alukühlkörper meiner umgebauten LED-Retrofits waren aber sicher etwas überdimensioniert. Zumindest konnte ich auch nach dem Umbau keine übermäßige Wärmeentwicklung feststellen.

    Inzwischen gibt es allerdings einige brauchbare R7s LED-Retrofits, die sich in die meisten Lampen ohne Umbau einsetzen lassen sollten. So habe auch ich schon vor einiger Zeit meine umgebauten LEDs in Rente geschickt und durch moderne LED-Stäbe im Acrylgehäuse ersetzt. Ich habe den Hinweis jetzt noch oben im Artikel ergänzt.

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