Unser Urlaub am Gardasee – Mit einem Besuch in Venedig

Blick auf den Hafen von Torri del Benaco
Blick auf den Hafen von Torri del Benaco

Nachdem wir in den letzten beiden Jahren in der Bretagne gewesen sind, wollten wir mal wieder woanders hin. In Italien, genauer gesagt in der Toskana waren wir zuletzt vor 15 Jahren oder so. Und mein letzter Besuch am Gardasee ist noch länger her. Also höchste Zeit mal wieder nach Italien zu fahren. Kürzlich hatte ich ja schon von meinem unvergesslichen Konzerterlebnis berichtet, als ich David Gilmour live in der Arena von Verona sehen durfte. Hier nun der Bericht über den Rest des Urlaubs.

Den Plan, an den Gardasee zu fahren, hatten wir zwar schon recht früh, aber wie immer haben wir das Aussuchen einer passenden Unterkunft lange vor uns her geschoben. Und so haben wir mal wieder erst ein paar Wochen vor dem geplanten Urlaub gebucht. Nach dem wir bereits im letzten Jahr in der Bretagne ein traumhaftes Haus bei Airbnb gefunden hatten, war klar dass wir wieder dort unser Glück versuchen wollten.

Torri del Benaco

Fündig wurden wir in Torri del Benaco, von den Einheimischen nur Torri genannt, einem kleinen Ort am Ostufer des Gardasees, etwas oberhalb von Garda. Unsere Wohnung lag direkt im Zentrum, vom Balkon konnte man direkt auf den See schauen. Nur wenige Meter waren es zu Restaurants und Eisdielen. Sogar ein kleiner Mini-Supermarkt war direkt bei uns im Haus. Auch alles andere war fußläufig schnell zu erreichen. Parken konnten wir auf einem großen Parkplatz, nur wenige Gehminuten von der Wohnung entfernt. Dank Dauerkarte, die uns vom Vermieter zur Verfügung gestellt wurde, konnten wir dort kostenlos parken.

Die Wohnung hatte sogar eine Klimaanlage, deren Vorhandensein ich bei der Buchung völlig ignoriert hatte, bzw. deren Notwendigkeit nicht erkannt hatte. Ich sollte mich irren, denn wir waren froh, diese zu haben, da die Temperaturen während des gesamten Urlaubs meist über 30 Grad lagen.

Richtige (Sand-)Strände gibt es am Gardasee nur wenige. Meist gibt es nur schmale Kiesstrände, die vor allem am Ostufer auch häufig direkt an der Uferstraße liegen. In Torri gibt es außerdem eine schöne Uferpromenade, an der man zum Teil auch Baden darf. Aber Baden steht für mich ohnehin nicht so auf der Prioritätenliste, ich will lieber die Umgebung erkunden. Die Kinder sehen das zwar etwas anders, aber unsere Wohnung lag so nah am See, dass man sich auch mal schnell ein Handtuch schnappen konnte, um mal kurz in den See zu hüpfen. Badeschuhe sind dabei übrigens sehr ratsam.

Torri ist recht klein, aber groß genug, dass alles vorhanden ist, was man braucht. Glücklicherweise aber wohl gerade nicht groß genug für nervige fliegende Händler, die einem dauernd Laserpointer oder Leuchtbänder andrehen wollen. Das war in Garda oder Malcesine ganz anders und hat dort ziemlich genervt.

Gut gefallen hat uns auch das Programm, das der Ort für die Touristen bietet. Mehrmals in der Woche, gab es z.B. Live-Konzerte. Hier tat mir vor allem die Amy Winehouse Coverband leid, denn die war wirklich super. Es war aber einer der wenigen Abende, an dem das Wetter so stürmisch war, dass quasi kein Publikum da war. Aber es gab auch noch andere Veranstaltungen, wie ein Bauernmarkt, ein Tanzabend oder Kinderbelustigung – die aber echt super war und von den vielen Kindern sehr gut angenommen wurde.

Verona

Der Gardasee ist ein ideales Reiseziel, um von dort kurze oder längere Ausflüge zu machen. Nachdem wir uns in Torri akklimatisiert hatten, hatten wir uns als erstes Ausflugsziel Verona ausgesucht. Von Torri aus erreicht man Verona in weniger als einer Stunde. Je nach Verkehrslage kann es auch etwas schneller gehen. Verona ist vor allem durch seine Altstadt mit dem antiken römischen Amphitheater oder auch als Schauplatz von Shakespeares „Romeo und Julia“ bekannt. Da ich ja spontan Karten für das abendliche Konzert von David Gilmour ergattern konnte, fiel unser Besuch in Verona allerdings etwas kürzer aus, als geplant. So blieb es bei einem Besuch der Arena und einem kurzen Rundgang durch die Altstadt.

Monte Baldo

Ein lohnenswertes Ziel ist auch der Monte Baldo. Ein über 2000 Meter hoher Bergrücken, den man mit einer Seilbahn direkt von Malcesine aus erreichen kann. Die Seilbahn fährt in zwei Etappen in nur zehn Minuten zur Bergstation auf 1760m Höhe. Allerdings sollte man mindestens ein bis zwei Stunden Wartezeit einplanen. Für die lange Wartezeit wird man aber mit einem grandiosen Ausblick auf den gesamten Gardasee belohnt. Ein Clou der Seilbahn ist auch die drehbare Kabine, die sich bei der zweiten Etappe einmal um die gesamte Achse dreht. Im Übrigen ist es dort oben deutlich kälter als unten am See. Eine Jacke kann also nicht schaden. Das Plaetau, das man über die Seilbahn erreicht, ist auch idealer Startplatz für Paraglider. Die Touristen, die mit uns nach oben gekommen waren und einen Tandemflug machen wollten, hatten allerdings Pech. Das Wetter änderte sich und so mussten die Starts abgesagt werden.

Malcesine

Einer der bekanntesten Orte am Gardasee dürfte Malcesine sein. Ein wirklich malerischer Ort mit einer verwinkelten kleinen Altstadt und engen Gassen. Uns war es dort aber doch ein wenig überlaufen. Zu erwähnen sei allerdings noch das Restaurant La Cambusa, das wir durch Zufall entdeckt haben. Das Personal ist sehr zuvorkommend und vor allem die beiden Chefs sind immer zu Späßen aufgelegt. Vor dem Essen und auch zwischen den Gängen wird man mit diversen „Grüßen aus der Küche“ verwöhnt. Trotz der Show „Alles von meine Mama!“, war das Essen aber wirklich sehr lecker und vor allem nicht teuer. Es ist auf jeden Fall einen Besuch wert!

Sirmione

Der Ausflug nach Sirmione war eher spontan, da wir eine Fahrt mit der Autofähre direkt von Torri auf die andere Seite des Gardasees, nach Toscolano-Maderno machen wollten. Von dort sind wir dann südlich um den See gefahren und so bot sich an, in Sirmione zum Abendessen einzukehren. Sirmoine, ebenfalls ein sehr schöner kleiner Ort auf einer Halbinsel gelegen, war mir persönlich allerdings etwas zu gewollt nobel mit der Zielgruppe von Luxus-Touristen. Das zeigt sich vor allem darin, dass die Hotelgäste mit ihren Nobel-Karossen (Aston Martin, Ferrari, etc.) direkt zum Hotel durchfahren dürfen. Und zwar durch die kleinen engen Gassen zwischen den „normalen“ Touristen, die natürlich außerhalb parken müssen. In vergleichbaren Ferienorten wäre dort längst eine echte Fußgängerzone eingerichtet worden. Aber vermutlich zahlen die Hotels zu viel Geld in die Stadtkasse ein – oder an wen auch immer. Ein bisschen Luxus haben wir dann aber auch noch mit genommen...:

Kletterpark „Park Jungle Adventure“

Um mal etwas Abwechslung in die üblichen Besichtigungs-Touren zu bringen, haben uns vorgenommen mal etwas Sportliches zu machen. Nicht gerade unsere Parade-Disziplin... Nun gut. Es ging in den Kletterpark „Park Jungle Adventure“ oberhalb von Torri del Benaco in San Zeno di Montagna. Der Kletterpark ist recht neu und ist gut ausgestattet. Ich bekam auf Nachfrage sogar einen Helm mit GoPro-Halterung und konnte ein paar meiner Klettereien filmen (Bin mir aber noch nicht sicher, ob davon etwas online geht...). Wir entschieden uns für einen familientauglichen Anfängerparcours, den wir alle gemeinsam machen konnten und uns nicht aufteilen mussten. Nach einer kurzen Einweisung konnte es losgehen. Ich hatte das noch nie gemacht, aber es hat wirklich viel Spaß gemacht und es war anstrengender als ist das vermutet hätte.

Cascata di Varone

Ein etwas kleinerer Ausflug ging zum Wasserfall bzw. zur Grotte Cascata di Varone. Der dortige Wasserfall in einer Grotte gehört zu den ersten Attraktionen am Gardasee, die bereits Ende des 19. Jahrhunderts touristisch erschlossen worden. So wird mit vielen berühmten Persönlichkeiten, wie Königen oder Kaisern geworben, die seinerzeit schon von dem Naturschauspiel begeistert waren. Aus heutiger Sicht ein vielleicht nicht mehr ganz so zeitgemäßes Ausflugsziel. Es gibt zwar einen sehr schönen botanischen Garten, der den Rahmen bildet, aber die eigentliche Grotte kann mit vielen anderen Naturschauspielen, die heutzutage spektakulär in Szene gesetzt werden, nicht mehr ganz mithalten. Allerdings bietet der feine Sprühnebel des Wasserfalls und die Grotte eine willkommene Abkühlung.

Venedig und Murano

Das Highlight unserer Ausflüge war sicherlich der Tagesausflug nach Venedig. Die historische Lagunenstadt ist vom Gardasee in ca. zwei Stunden über die Autobahn sehr gut erreichbar. Die Autobahn endet quasi auf der Laguneninsel in einem Parkhaus. Von dort ging es dann mit einem Wasserbus über den Canale Grande weiter zum Markusplatz. Wir hatten uns dort mit Freunden verabredet, die in Lido di Jesolo im Urlaub waren. Obwohl wir überhaupt nicht genau planen konnten, wann wir am Markusplatz eintreffen würden, haben wir es geschafft, quasi zeitgleich dort anzukommen. Es ist übrigens ratsam, sich direkt ein Tagesticket für den Wasserbus zu kaufen.

Natürlich war es in Venedig voll. Richtig voll. Daher haben wir uns die großen Touristen-Attraktionen, wie den Campanile oder den Dogenpalast gespart. Dort hätte man in der prallen Sonne jeweils eine Stunde oder länger anstehen müssen. Da sind wir lieber durch die vielen kleinen Gassen den großen Trubel entronnen. Ehrlich gesagt macht das auch viel mehr Spaß. Es gibt ja genug zu sehen.

Am Nachmittag haben wir dann eine Tour zur Glasbläserinsel Murano gemacht. Im Prinzip ist es dort wie in Venedig. Nur viel kleiner und gemütlicher. Wir haben uns dort eine der vielen Glasbläserwerkstätten angesehen. Es ist schon erstaunlich, was man aus Glas so zaubern kann. Vor allem wenn man sich die teilweise vier- oder fünfstelligen Preise für die eigentlich total hässlichen Kronleuchter ansieht. Naja, die Geschmäcker sind ja zum Glück verschieden.

Wir hatten gehofft, wenn wir bis nach Sonnenuntergang bleiben, dass es in der Stadt leerer wird. Das war aber leider nicht so. Insbesondere auf dem Markusplatz war immer noch sehr viel los. Dafür wurden wir aber durch den Vollmond belohnt, der über der Bucht von Venedig strahlte.

Fazit

Der Gardasee ist ein sehr attraktives Urlaubsziel. Wir haben uns sehr wohl gefühlt und viel gesehen. Natürlich habe ich auch viele Bilder gemacht. Ein paar davon gibt es in der Galerie:

Ich auf dem Monte Baldo mit Blick auf den Gardasee
Ich auf dem Monte Baldo mit Blick auf den Gardasee
Blick auf Baia delle Sirene
Blick auf Baia delle Sirene
Ein typischer Kanal in Venedig
Ein typischer Kanal in Venedig
Serpentinenfahrt von San Zeno di Montagna hinunter nach Torri del Benaco

Bisher 1 Kommentare

  1. Tim

    Tim

     

    5. Oktober 2017, 13:36 Uhr

    Wow die Galerie ist wirklich super... Die Ecke vom Gardasee kenne ich noch gar nicht so recht... ich glaube das nächste mal, wenn wir in unserer Ferienwohnung Gardasee sind, machen wir mal eine Tour dahin :) Danke für die Anreize und noch viele schöne Gardasee Urlaub :)

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