U2 auf Schalke

Die gigantische Bühne
Die gigantische Bühne

Gestern Abend war es endlich soweit. Die irische Band U2 gab ihr zweites und auch vorerst letztes Konzert der 360°-Tour auf deutschem Boden. Wir hatten erst vor kurzem im zweiten Anlauf „Restkarten“ ergattert – Getgo hatte mich per Ticketalarm darüber informiert. Es gab nur noch Karten für 100,00 € das Stück, wir freuten uns aber umso mehr darüber, als wir die Karten in den Händen hielten und dort ein Preis von 177,50 € ausgewiesen war. Da liegt die Vermutung nahe, dass die Karten Aufgrund der selbstbewussten Preisgestaltung nicht an den Mann oder die Frau gebracht werden konnte. Interessanter Weise gab es sogar gestern Abend an der Abendkasse noch ein paar Karten.

Wir sind schon etwas länger aus dem Alter heraus, an dem man sich bereits am frühen Nachmittag vor der Arena einfindet und sich die Beine in den Bauch steht. So haben wir uns also erst gegen 18:30h – nachdem die Kinder babysittermäßig versorgt waren – auf dem Weg gemacht. Im Radio wurde ja bereits angekündigt, dass „Snow Patrol“ als Vorgruppe auftreten würde und der Gig von U2 erst gegen 21:00h erwartet würde. Wir hatten also Zeit. Die Anreise dauerte Aufgrund der ungünstigen Verkehrssituation rund um die Arena deutlich länger als erwartet, aber dafür bekamen wir noch einen sehr nahen Parkplatz auf einer Verkehrsinsel. Da irgendwie alle Grünstreifen und Verkehrsinseln komplett zugeparkt waren, machten wir uns wenig Sorgen, dass wir abgeschleppt würden. Und wir sollten recht behalten – Nicht mal ein Knöllchen war anschließend am Wagen.

Aber nun zum Konzert. Als wir gegen 20:30h in die Halle kamen – Snow Patrol hatten wir bereits komplett verpasst, aber wegen denen waren wir ja auch nicht gekommen – wurden wir zunächst vom Anblick der gigantischen Bühnenkonstruktion erschlagen. Die Bühne war so hoch, dass diese sogar in die Deckenkonstruktion der Halle hinein ragte. Der große Videowürfel der Halle wirkte dagegen winzig. Die Stimmung in der Halle war super. La Ola machte die Runde.

Kurz nach 21h ging dann endlich das Licht aus und die Jungs kamen auf die Bühne. Schon während der ersten Minuten erinnerte ich mich daran, warum ich eigentlich nicht mehr zu einem Konzert in der Schalke-Arena gehen wollte. Die Akustik der Halle ist einfach grauenhaft. Zwar waren an der Decke massenweise Tücher aufgehängt um den Echo-Effekt der Halle zu reduzieren, aber ich hatte irgenwie nicht den Eindruck, als wenn das viel bringen würde. Nach dem ersten Titeln wurde der Klang zwar subjektiv besser, ich denke aber nicht, dass die Tontechniker mit ihren Reglern dafür verantwortlich waren, sondern eher, dass man sich etwas an die Akustik gewöhnt hatte.

Die Show an sich war ohne Zweifel absolut erste Sahne. Natürlich gab es auch wieder ein paar politische Botschaften von Bono, aber man wusste ja vorher worauf man sich eingelassen hatte. Es gab nur einmal eine Panne – was die Jungs unter ihrem UFO aber wieder ein bisschen menschlicher machte. Kurz nach den ersten Takten von „Vertigo“ hörte Bono plötzlich auf zu singen und winkte ab. Irgend etwas schien nicht zu stimmen. Die Band stoppte, stimmte sich kurz ab und fing neu an. Was genau nicht stimmte, wurde aber nicht klar.

Kurz vor 23h verabschiedeten sich U2 dann zum ersten Mal, kamen aber recht schnell wieder auf die Bühne und spielten die erwarteten Zugaben. Alles nach einem perfekten Plan. Nach dann gut zwei Stunden war es dann alles wieder vorbei.

Das Licht ging an und unmittelbar nach der Show machten sich mehrere hundert Helfer wie kleine Ameisen daran, die Bühne wieder zu zerlegen. Es ist immer wieder erstaunlich wie schnell das geht. Wir sind noch eine 3/4 Stunde auf unseren Plätzen sitzen geblieben und haben uns das Treiben angesehen. Besser in der Halle sitzen, als im Auto im Stau. Zwischenzeitlich hörte man dann auch einen Hubschrauber, der die Band am Stau vorbei in ihr Hotel brachte. Kurz vor Mitternacht saßen wir dann auch wieder im Auto und waren auf der Heimreise. Ein schöner Abend war zu Ende.

Aber bitte liebe Verantwortlichen der Schalke-Arena: Ändert endlich mal etwas an der grauenhaften Akustik der Halle und der schlechten Verkehrs- und Parksituation.

Nachtrag:
Ich bin übrigens sehr positiv überrascht, was mein Nokia N95 8GB für brauchbare Bilder gemacht hat.

Nachtrag 2:
Handys bzw. deren Displays sind jetzt offiziell das Feuerzeug 2.0 nachdem Bono bei den langsamen Titeln darum gebeten hatte, dass alle ihr Handy einschalten und dieses zur Musik schwenken sollten.

Nachtrag 3:
Für die Panne bei „Vertigo“ soll übrigens ein durchgeschmorter Verstärker von The Edge verantwortlich gewesen sein.

Bono 360°
Bono 360°
Das sich teilende Display in rotem Licht
Das sich teilende Display in rotem Licht
Die Bühne vor dem Konzert
Die Bühne vor dem Konzert

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