Unser Haus aus LEGO

Straßenansicht
Straßenansicht

Oder wie aus einer einfachen Idee ein großes Projekt mit Hindernissen wurde.

Dass ich ein großer LEGO-Fan bin, dürfte niemanden überraschen. Neben den großen Mengen LEGO von meinen Kids stehen bei mir im Büro eine Reihe von Sets. Unter anderem der LEGO-Todesstern, der Millenium-Falcon oder der große LEGO-Technic Volvo-Bagger.

Vor einiger Zeit kam ich nun auf die Idee, dass man doch mal das eigene Haus aus LEGO nachbauen könnte. Klingt erstmal einfach und nach ein paar Stunden Bauspaß mit den Kids. Aber zu früh gefreut. Denn mir wurde schnell klar, dass das aus unseren vorhandenen LEGO-Steinen nicht ohne weiteres möglich sein würde. Zum Einen sind viele Steine nicht in der benötigten Menge oder Farbe vorhanden. Und zum Anderen will ich das Modell nicht temporär sondern dauerhaft bauen, sodass die Steine natürlich bei den anderen Sets fehlen würden.

Die Planung

Das Haus musste also zunächst virtuell gebaut werden, um die benötigten Steine zu ermitteln. Praktischerweise bietet LEGO dazu den LEGO Digital Designer (LDD) an – Eine Software für Windows und Mac mit der sich recht komfortabel auch komplexe Modelle kreieren lassen. In der Datenbank sind alle Bausteine in allen verfügbaren Farben vorhanden. Aus dem fertigen Modell kann man dann mit einem Klick eine Bauanleitung sowie eine Liste der benötigten Bauteile erstellen lassen. Der Kreativität sind also keine Grenzen gesetzt. Theoretisch zumindest. Aber dazu später mehr.

Zunächst galt es dann, die Dimensionen des gewünschten Modells festzulegen. Man könnte zwar denken, dass so ein Flachdachbau nicht so kompliziert umzusetzen ist. Da ich aber viel Wert auf Details lege und auch die gesamte Inneneinrichtung gebaut werden sollte, war schnell klar, dass eine Bauplatte (32x32) nicht ausreichen würde. Das gesamte Grundstück wurde also auf drei Grundplatten geplant. Trotzdem bin ich beim Maßstab der Minifiguren geblieben. Natürlich auch, um Elemente wie Türen oder Fenster verwenden zu können.

Die nächste Frage stellte sich bei der Farbgebung. Unser Haus ist – für unsere Region typisch – mit rot-braunen Backsteinen verklinkert und hat zum Teil freiliegende Betonflächen, z.B. an den Fensterbänken oder dem Dachsims. Es gibt zwar LEGO Bausteine in einem recht gut passendem Farbton und hierbei auch zwei Steine mit einer schicken Backsteinoptik, allerdings ist die sonstige Bausteinauswahl in diesem Farbton quasi nicht vorhanden. Da blieb also nur das klassische Rot, von dem es dann aber im Prinzip auch alle Bausteine gibt. Bei den Betonflächen habe ich die von LEGO selbst als Sandstein bezeichnete Farbe gewählt. Das erschien mir irgendwie passender als ein Mausgrau. Und auch hier steht eine ausreichend große Auswahl an Steinen zur Verfügung.

Kompromisse

Auch bei der weiteren Planung des Modells wurde schnell klar, dass man an vielen Stellen kompromissbereit sein muss. Das fängt schon damit an, dass die außen liegenden Wände von innen keine andere Farbe haben können – zumindest wenn man nicht noch mehr Noppen verschenken will. So konnten also nur die Innenwände in weiß umgesetzt werden. Und die vermeintlich großzügige Grundfläche des Hauses wird schneller knapp als einem lieb ist. Der irgendwie doch recht verwinkelte Grundriss unseres Hauses braucht erheblich mehr Platz als man vermuten würde. Ein LEGO-Stein ist eben doch deutlich breiter als eine normale Innenwand.

Im Obergeschoss habe ich teilweise auf richtige Innentüren verzichten müssen, da diese mit vier Noppen einfach zu viel Platz benötigt hätten. Die Durchgänge sind somit teilweise nur drei Noppen breit. Auch die Bäder sind aufgrund der Inneneinrichtung teilweise eigentlich viel zu eng geworden. Dennoch habe ich es geschafft, alle Räume zumindest mit den wichtigsten Einrichtungstücken umzusetzen. Und es fanden auch viele weitere Details Platz in unserem LEGO-Haus.

Das Haus ist natürlich so konzipiert, dass man das Dach und die obere Etage abnehmen kann, um einen Blick ins Innere werfen zu können. Das Kellergeschoss habe ich mir allerdings gespart.

Das Ergebnis

Nachdem ich immer wieder viele Details geändert oder verworfen habe, bin mit Ergebnis nun eigentlich sehr zufrieden. Insgesamt besteht das Haus nach aktuellem Stand aus 2347 Bausteinen in 572 verschiedenen Bausteinvarianten. Jetzt brauche also nur noch die gesamten Steine zu bestellen und kann unser Haus aus LEGO nachbauen. Theoretisch. Denn leider ist das nicht so einfach wie man sich das wünschen würde.

Wie geht es jetzt weiter?

Leider wurde die Möglichkeit, direkt aus der Software heraus die benötigten Bausteine bei LEGO zu bestellen, bereits im Jahr 2012 entfernt. Es gibt nur noch den Hinweis, dass man über den Pick-A-Brick Service oder den Steine & Teile Spezialkatalog die benötigen Teile manuell bestellen kann. Dieser Aufwand wäre zwar noch zu verschmerzen, wenn man dort auch alle benötigten Teile bestellen könnte. Das ist aber leider nicht der Fall...

Ich habe die von mir benötigten Teile zwar nur Stichprobenartig getestet, aber ich gehe mal davon aus, dass mindestens 20-30% der Teile nicht direkt bei LEGO zu bekommen sind. Das ist natürlich ganz schön blöd. Und leider irgendwie überhaupt nicht so kundenfreundlich wie ich mir das erhofft hatte.

Aufgrund der Größe des Modells, bzw. der benötigten Anzahl der Teile habe ich dann auch noch direkt bei LEGO nachgefragt, ob es irgendwelche Beschränkungen hinsichtlich der Anzahl gibt. Und ja die gibt es in der Tat. Diese sind aber ausreichend groß bemessen. Bei Pick-A-Brick darf man 999 Stück pro Sorte eines Bausteins und bei Steine & Teile 200 Stück pro Sorte bestellen. Insgesamt ist die Menge aber unbegrenzt. Damit hätte ich also kein Problem, denn ich habe nur einen Baustein, von dem ich etwas mehr als 50 Stück benötige.

Aber wie komme ich jetzt an die anderen benötigten Steine? Natürlich könnte ich mir jetzt diverse LEGO-Sets suchen, die diese benötigten Teile enthalten. Das ist für einige Teile eventuell eine Option. Aber für alle Teile, die ich nicht direkt bei LEGO erhalten kann, ist mir das ehrlich gesagt etwas zu teuer. Und preisgünstig wird das gesamte Haus mit über 2000 Steinen ja ohnehin nicht.

Dann gibt es da noch diverse Anbieter, die komplette Sets aufkaufen und dann die Bausteine einzeln verkaufen. Preislich liegen diese in etwa auf dem Niveau vom LEGO-Shop. Allerdings haben die leider auch nicht immer alle Teile. Und dann gibt es natürlich noch eBay. Aber dort findet man hauptsächlich gebrauchte Teile – die für mich allerdings nicht in Frage kommen. Und natürlich teilweise völlige Wucherpreise.

Ich werde jetzt also erstmal genauer katalogisieren, welche Teile ich definitiv nicht direkt bei LEGO beziehen kann. Und die verbleibenden Teile muss ich dann über kleine Sets oder diverse andere Anbieter zusammen sammeln.

Ich werde Euch hier auf dem Laufenden halten...

Gartenansicht
Gartenansicht
Innenansicht
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Untergeschoss
Untergeschoss

Bisher 4 Kommentare

  1. Rene

    Rene

     

    23. Januar 2016, 15:19 Uhr

    Hi
    Je nach dem was Du suchst, würde ich PaB und Steine&Teile aussen vor lassen und bei Bricklink.com suchen. Dort findest Du in der Regel alle Steine, die es von Lego gibt und kaufst bei Händlern weltweit ein.

    Und dass alle Tiele im LDD sind ist auch nicht richtig, da bereits sehr sehr viele ältere Elemente entfernt wurden.

    Dazu kommt noch die Funktion, dass man sein Modell direkt aus dem LDD heraus bestellen konnte. Ma gut das die Weg ist. Ihr Haus hätte sie mit dieser Funktion weit über 1000 Euro gekostet. Die Funktion war ganz nett, aber preislich jenseits von gut und böse.

    Btw.: Sehr schönes Haus und sehr schön umgesetzt. Ich könnte aus der LDD Datei ein 3D Bild rendern, so das es aussieht, als wäre es ein Foto von einem Lego Modell...email Adresse habe ich ja angegeben. Bei Interesse: einfach LDD File senden und etwas warten :)

    Gruß René

  2. Thomas Mielke

    23. Januar 2016, 15:24 Uhr

    @René: Einen Teil der Steine habe ich bereits. Leider ist das Ganze – egal wo man sucht und bestellen will – relativ zeitaufwändig. Daher pausiert das Ganze Projekt derzeit ein wenig. Das mit dem Rendern habe ich mit LDraw und Co. probiert. Das sah zwar grundsätzlich nicht schlecht aus, aber es fehlten immer einige relevante Teile. Und dann wurde mir das irgendwann auch zu aufwändig, die benötigen Teile in den Datenbank zu ergänzen. Jetzt sammle ich einfach irgendwann alle Teile zusammen und erfreue mich dann am fertigen Modell.

    PS: Der LDD ist übrigens auch bald Geschichte: http://brickset.com/article/18789

  3. Gesell Michael

    Gesell Michael

     

    26. Februar 2016, 15:46 Uhr

    Hallo Thomas,

    hatte vor längerem schon mal nachgefragt, wie es um die Kosten denn so steht. Kannst du anhand der Erfahrungen, die du bislang schon gesammelt hast mit den bestellten Teilen in etwa abschätzen, was dich das Ganze kosten wird am Ende?

    Gruß
    Michael

  4. Thomas Mielke

    26. Februar 2016, 15:58 Uhr

    @Michael: Leider kann ich Dir noch keine genaueren Kosten nennen, weil ich noch nicht viel weiter gekommen bin. Ich hatte letztes Jahr zwar bereits eine Pick-A-Brick-Bestellung für knapp 200 Euro bei LEGO gemacht, aber das waren bei weitem noch nicht alle Teile. Auch ein paar Mini-Sets in denen ein paar wichtige Teile vorhanden sind, habe ich mir bereits gekauft.

    Zwischenzeitlich hatte ich außerdem zweimal versucht, eine Steine-&-Teile-Bestellung bei LEGO abzusetzen. Leider war das wohl zu viel für den Online-Shop, denn nachdem ich mir über zwei Stunden lang alles in den Warenkorb geklickt hatte und damit zur Kasse wollte bekam ich nach nach einer Sanduhr-Pause nur eine nichtssagende Fehlermeldung und der Warenkorb war wieder leer... Sehr ärgerlich! Ich hätte also wieder von vorne anfangen müssen. Dazu hatte ich aber erst mal keine Lust.

    Aber um auf Deine Ursprungsfrage zurückzukommen. Ich vermute, dass das ganze Haus sicher im Bereich 500 Euro liegen wird...

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