Haussteuerung mit RWE SmartHome – Mein erster Eindruck
5. Dezember 2011
RWE SmartHome Software
Konfiguration der Heizung
Einrichtung von Profilen
SmartHome Zentrale
Heizkörperthermostat
Zentrale und intelligente Haussteuerung, davon habe ich schon immer geträumt. Licht, Heizung, Rollladen etc. einfach vom Sofa, von Unterwegs oder ganz automatisch zu steuern. Haus 2.0 quasi. Das scheint nun endlich einigermaßen erschwinglich möglich zu sein. Denn seit einiger Zeit wirbt der Papa Stromberg ja bereits für RWE SmartHome, womit sich diese Anforderungen erfüllen lassen sollen.
Als die Werbekampagne im Frühjahr gestartet ist, war ich allerdings zunächst etwas skeptisch. Zum Einen war das Angebot der verfügbaren Geräte noch relativ klein und auch der Preis hat mich zunächst abgeschreckt. Zwischenzeitlich wurde das Angebot aber ausgebaut und es gibt für die meisten Anwendungsfälle ein passendes Modul. Und dann ist da noch die Frage, warum ein Energiekonzern so etwas als Energiesparlösung anpreist, wo er doch davon lebt, dass wir alle möglichst viel Energie verbrauchen. Natürlich ist der Energiespargedanke interessant, aber egal welche zentrale Lösung man dafür nutzen möchte, die Anschaffungskosten liegen immer deutlich über dem, was man realistisch in einem überschaubaren Zeitraum damit einsparen könnte. Ich habe daher auch eher den Komfortansatz im Auge. Und natürlich den Spieltrieb...
Ende November gab es dann eine sehr interessante Smart Friday Aktion. Ein Startpaket mit der SmartHome-Zentrale und zwei Heizkörperthermostaten für nur 123,00 € statt 338,90 €! Und es wurden weitere Schnäppchen für die Adventszeit angekündigt. Da konnte ich dann nicht mehr Nein sagen und habe zugeschlagen. RWE scheint aber vom Interesse an dieser Aktion völlig überrollt worden zu sein. Auf der Facebook-Seite konnte man dann auch erfahren, dass die Auslieferung der Pakete aufgrund der vielen Bestellungen etwas länger dauern wird. So musste ich also eine ganze Woche auf das Paket warten. Ich hätte bei einem so großen Konzern wie RWE eine etwas bessere Logistik-Planung erwartet.
Nun gut. Das Paket war also da und ich habe es natürlich sofort ausgepackt. Die Verarbeitung macht einen hochwertigen Eindruck und auch das Design ist gefällig. Allerdings sind die Heizkörperthermostate deutlich größer als ich erwartet habe. Zum Glück habe ich keine Platzprobleme an den vorgesehenen Heizkörpern.
Die Installation
Die Einrichtung ist in der Tat kinderleicht. Alles funktioniert mit Plug&Play. Die Zentrale benötigt nur eine Steckdose für das Steckernetzteil und einen freien Anschluss am DSL-Router. Ein passendes Ethernet-Kabel liegt sogar bei. Ich verstehe allerdings nicht, warum die Zentrale nicht per WLAN angebunden werden kann. Das ist absolut nicht mehr zeitgemäß und es macht die Wahl des Standorts etwas unflexibel. Zumal die gesamte Kommunikation der Geräte mit der Zentrale ja auch komplett kabellos über Funk erfolgt. Die Heizkörperthermostate benötigen nur drei Mignonzellen (AA), die aber ebenfalls beiliegen. Der Batteriebetrieb gilt wohl auch für die meisten anderen verfügbaren Module.
Nach dem ersten Einschalten bootet die Zentrale und versucht über das Internet eine aktuelle Version der Software zu laden. Das dauert ein paar Minuten. Es kommt übrigens Windows Embedded CE 6.0 als Betriebssystem zum Einsatz. Nach dem Bootvorgang wird im Display eine 8-stellige PIN angezeigt, die man zur Registrierung bzw. Aktivierung im RWE-SmartHome-Portal benötigt. Auch das ist schnell gemacht. Zugangsdaten festlegen, eMail-Adresse per Opt-In bestätigen, Serien-Nummer und PIN eintragen – Fertig!
Nun kann man die RWE-SmartHome-Software starten. Diese wird zunächst direkt im Browser geladen, man kann diese aber auch lokal installieren. Bei der Software handelt es sich um eine Silverlight Anwendung, also das Microsoft-Pendant zu Adobe Flash, bzw. Adobe AIR. Finde ich nicht optimal, aber man hat ja keine Wahl. Die Bedienoberfläche ist zwar schick, aber ich mag so animiertes Flash-Silverlight-Zeugs eigentlich nicht besonders. Zumal ich immer den Eindruck habe, dass die Reaktionszeit etwas lahm ist.
Die Verbindung zum Internet kann ich an der Zentrale über einen seitlichen Schalter auch komplett deaktivieren. Natürlich kann man dann im Offline-Modus keinerlei Änderungen vornehmen. Das Display zeigt im Betrieb die Uhrzeit und das Datum im Wechsel an. Die beiden Tasten unter dem Display sind nicht weiter dokumentiert, sie dienen wohl unter anderem zum Reset der Station und zur Anzeige der IP- bzw. MAC-Adresse. Zwei USB-Anschlüsse sind ebenfalls vorhanden, wobei in der Dokumentation lediglich das Vorhandensein, nicht aber der Einsatzfall beschrieben ist.
Die Konfiguration
Zunächst muss man nun alle verfügbaren Geräte suchen. In meinem Fall bisher also lediglich die beiden Heizkörpermodule, die ich in der Küche montiert habe. Dazu einfach die Taste auf dem Thermostat drücken und die Zentrale kann diese per Funk identifizieren. Sobald die Geräte gefunden sind, erscheinen diese in der Software als kleines Symbol. Das kann man nun per Drag& Drop einfach in einen Raum ziehen und dort die Eigenschaften festlegen.
Und da bieten sich eine Menge Möglichkeiten: Maximalwert, Minimalwert, Frost- oder Schimmel-Warnung, Kindersicherung, etc. – Und das alle in Kombination von Profilen, die ich für einzelne Räume oder das ganze Haus definieren kann. Bei der Einrichtung von Profilen kann ich zwischen einem Ereignisprofil, einem Zeitprofil oder einem virtuellem Bewohner wählen. Letzterer steuert alle zugewiesenen Geräte nach dem Zufallsprinzip um Anwesenheit zu simulieren. Die wirklich umfangreichen Einstellmöglichkeiten lassen also eigentlich keine Wünsche offen.
Das Schalten von Licht oder die Regelung der Heizung wird über Schieberegler vorgenommen, die allerdings auf den ersten Blick nicht als solche erkennbar sind, denn die Symbole liegen einfach frei im Raum. Ohne Skala oder sichtbare Führung.
Steuerung von Unterwegs
Interessant ist natürlich jetzt noch, dass man die gesamte Anlage von Unterwegs aus steuern kann. Hierfür gibt es eine Web-App, die auf jedem aktuellen SmartPhone funktioniert und außerdem eine native App für iPhone und iPad. Sowohl die Web-App als auch die iOS-App sehen im Prinzip genauso aus wie die Silverlight-Konfiguration auf dem PC. Und das ist sehr schade, denn insbesondere die iOS-App wurde von der Bedienung her nicht dafür optimiert.
Ich kann mit zwei Fingern in die Oberfläche herein zoomen und dann dort die Symbole zum Schalten/Regeln verschieben. Wenn ich ein Profil ein- oder ausschalte, dann kann ich das nur daran erkennen, dass z.B. die Heizungssymbole nach ein paar Gedenksekunden ihre Position ändern. Der eigentliche „Schalter“ ändert sich nicht. So dass man auch gerne mal mehrfach drückt und dann gar nicht mehr sicher sein kann, welcher Status denn aktiv ist. Suboptimal.
Abgesehen davon funktioniert die Steuerung von Unterwegs allerdings zuverlässig. Zumindest soweit ich das bis jetzt testen konnte. In der App kann ich zwar keine grundsätzlichen Änderungen an der Gesamtkonfiguration vornehmen also nur bestehende Profile oder Geräte schalten/regeln, was aber natürlich vollkommen ausreichend ist.
Geplante Szenarien
Natürlich ist das Regeln von zwei Heizkörpern eher das Schießen mit Kanonen auf Spatzen. Aber das will ich natürlich noch ändern und werde die Anlage in der nächsten Zeit noch ausbauen. Folgende Szenarien erscheinen mir sinnvoll:
- Küche: Heizung jeweils mit Fenstersensoren. Licht, sodass dieses auch durch den virtuellen Bewohner geschaltet werden kann.
- Wohnzimmer: Heizung mit Fenstersensoren sowie einem Raumthermostat, sodass bei Kaminnutzung automatisch die Heizung ausgeschaltet wird. Natürlich Licht mit Zwischensteckern, damit die im Raum verteilten Lampen zentral bzw. vom virtuellen Bewohner geschaltet werden können.
- Treppenhaus: Licht mit Bewegungsmelder und eventuell automatischer Dimmfunktion.
- Flur: Funkschalter, da die Kinder zum Einschlafen gerne Licht anhaben wollen. Dieses kann dann nach einiger Zeit automatisch oder manuell aus dem Wohnzimmer ausgeschaltet werden.
- Kinderzimmer und Spielzimmer: Heizungsregelung unter anderem per Raumthermostat.
- Rauchmelder in Küche, Wohnzimmer und Schlafräumen. Sollte man ja sowieso haben...
Fazit
Grundsätzlich bin ich von RWE SmartHome sehr angetan. Die Konfigurations-Möglichkeiten sind vielfältig und dabei trotzdem einfach und übersichtlich. Und natürlich ist der Technik-Spieltrieb befriedigt :-)
Sobald ich die Anlage ausgebaut habe, werde ich hier weiter von meinen Erfahrungen berichten.
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10 Kommentare
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Danke für den Einblick. Freue mich besonders über weitere Infos zu der iOS-App / dem Web-Interface.
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Erst mal danke für deinen Erfahrungsbericht. Ich spiele auch gerade mit dem Gedanken, mir in Richtung Hausautomation etwas anzuschaffen. RWE kam mir anfangs auch teuer, aber immer noch im Rahmen und vom Prinzip her einfach vor. Allerdings habe ich ein wenig Magenschmerzen, dass die Zentrale immer mir RWE kommuniziert. Wer weiß schon, was die alles an Daten sammeln? Außerdem musst du nach 24 Monaten eine Gebühr dafür zahlen, dass du die Zentrale per App von unterwegs anspreche kannst.
Alternativ habe ich gerade Homematic ins Auge gefaßt. Ist der selbe Hersteller (ELV) und günstiger. Kleiner Wermutstropfen, das System sieht nicht ganz so gut aus, wie das von RWE. -
Im Prinzip weiß RWE doch nichts von Dir. Die Daten sind doch quasi anonym in der „Cloud“ gespeichert – Wie bei etlichen anderen Diensten auch. Außer Usernamen, eMail und Passwort werden doch nur die Seriennummern der Geräte sowie deren Verknüpfung erfasst. Abgesehen von der Verknüpfung ist das doch bereits über die Bestellung theoretisch genauso möglich. Und da weiß Logitech durch meine Harmony-Fernbedienung im Prinzip mehr von mir, denn da gebe ich ja alle Geräte diverser Hersteller an, um diese mit meiner Fernbedienung zu steuern. Ohne Cloud läuft heutzutage gar halt nichts mehr.
Über die theoretischen Kosten nach 24 Monaten ist übrigens noch nichts zu erfahren. Ich vermute, das weiß RWE noch gar nicht und hat sich nur ein vertragliches Hintertürchen offen gelassen...
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Theoretisch hast du recht, aber praktisch ... Deine Harmony funkt ja nicht erst zu Logitech und dann zu deinem TV. Wenn du aber unterwegs übers iPhone deine Geräte steuern willst, läuft das erst über RWE und dann zu dir nach Hause. Als nächsten Schritt will RWE die Stromzähler vernetzen. Da muss natürlich niemand mehr zum Ablesen kommen, aber es funkt wieder ein Gerät mehr aus deinem Haus unkontrolliert nach draußen.
Aber nichts desto trotz, ich finde es gut, dass ein Stromanbieter endlich mal auf den zug aufspringt und das Thema (aus welchem Eigennutz jetzt auch immer) nach vorne treibt. :) Mal sehen, bei welcher Lösung ich landen werde. Bin aber gespannt auf deine nächsten Erfahrungsberichte :) -
Ok, da hast Du natürlich Recht. Zu Logitech verbinde ich nur, wenn ich an der Konfiguration etwas ändere. Allerdings ist RWE SmartHome nicht an RWE als Stromanbieter gebunden. Und der Stromzähler ist ja auch in keinster Weise mit SmartHome verbunden. Trotzdem bietet mir RWE als großer Konzern zumindest theoretisch die langfristige Nutzung und Verfügbarkeit in der Cloud, die ich eventuell bei einem kleinen Nischenanbieter nicht habe. Hat eben alles Vor- und Nachteile.
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6 Christoph
12. Dezember 2011, 15:23 Uhr
Ich habe gestern gesehen, dass es diese Heizungssteuerung bei vielen anderen Unternehmen mittlerweile auch gibt. Das Ganze scheint mir auf der Max! Steuerung zu basieren (findet man relativ häufig im Netz). Ganz speziell habe ich es bei der EWE AG (nicht RWE) gesehen. Hier heißt es EWE Sparpaket Heizung und geht bei ca. 125 Euro los (für das Startpaket mit neuem Stromvertrag). Das coole war für mich das sehr ansprechend aussehende und scheinbar leicht zu bedienende Portal (Ich war in einem Shop von EWE). Auch gibt es dazu eine iPhone und Android App.
Ich spiele mit dem Gedanken mir eines zu kaufen. Ich bekomme es als aktueller Kunde der EWE zwar nicht für 125 Euro (Neukundenpreis), aber auch für nur ca 150 Euro.
@Thomas: Gibt es dazu irgend welche Erfahrungswerte oder hast du das mal ausprobiert? -
Wie ist denn so nach einem Monat deine Erfahrung mit der SmartHome Geschichte?
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@Jens: Bin eigentlich ganz zufrieden. Habe mir ja noch eine Menge dazu gekauft. Darüber will ich in den nächsten Wochen mal bloggen.
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Super, bin sehr gespannt. Habe mich nämlich immer noch nicht für ein System entschieden. :)
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Es gibt nun übrigens ein hübsches neues Forum, in dem du deine Erfahrungen mit RWE SmartHome teilen kannst! Gibt sicher viele, denen du helfen könntest und die gern so jemand Erfahrenen ausfragen würden :).
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