Ich bin Energiesparlampenverweigerer

60W Glühlampe
60W Glühlampe

Eigentlich bin ich natürlich Kompaktleuchtstofflampenverweigerer. Warum? In erster Linie weil diese Lampen ein furchtbares Licht machen.

Nun hat aber die EU-Kommission in der Ökodesign-Richtlinie 2005/32/EG diese völlig schwachsinnige überflüssige Regelung herausgegeben, die das stufenweise Herstellungs- und Vertriebsverbot von Lampen geringer Energieeffizienz festlegt. Das hört sich natürlich erst mal toll an, denn Energiesparen an sich ist ja eine gute Idee. Aber doch nur wenn es vernünftige Alternativen gibt!

Das traurige Aus der klassischen Glühlampe

Vor einem Jahr – im September 2009 – wurden im ersten Schritt die 100W Glühlampen vom Markt genommen. Das hat mich erst mal nicht weiter interessiert, da man die eigentlich eh nur zum Renovieren braucht, also habe ich auch keine davon gebunkert. Leider wurden aber mit diesem ersten Schritt auch alle matten Glühlampen von Markt genommen, was ich ehrlich gesagt gar nicht direkt mitbekommen habe, da in den Medien immer nur von den 100W Glühlampen die Rede war. Seit diesem Monat sind nun im zweiten Schritt auch die 75W Glühlampen vom Markt verschwunden. In nächsten Jahr kommen dann die 60W Glühlampen dran, usw.

Wenn man dieser Tage in einen Baumarkt geht, sieht man bereits jetzt das ganze Ausmaß dieses Verbots: Es gibt quasi keine normalen Glühbirnen mehr. Egal in welcher Leistung. Es gibt nur noch ein extrem überschaubares Angebot von klaren Glühlampen. Aber natürlich ganz unten im Regal, wo sie keiner findet... Von den matten 60W Glühlampen habe ich zum Glück noch eine Menge im Keller liegen. Wobei ich festgestellt habe, dass bei uns im Haus meist nur 40W oder 25W Lampen im Einsatz sind. Und der Vorrat geht leider bald zu Ende.

Die Industrie frohlockte natürlich bei dieser neuen Regelung, schließlich lässt sich durch die deutlich teureren Energiesparlampen viel mehr Geld verdienen. Also wurden tolle Werbe- und Marketingmaßnahmen gestartet, die uns von den ach so tollen Energiesparlampen überzeugen sollen. Dass diese gegenüber den herkömmlichen Glühlampen auch sehr viele Nachteile haben, wird natürlich verschwiegen.

Neben der vermeintlich geringeren Leistungsaufnahme, wird der höhere Preis zunächst einmal mit der angeblich viel längeren Betriebsdauer schön geredet. Dabei wird aber unterschlagen, dass dies nur für den Dauerbetrieb gilt. Häufiges ein- und ausschalten bekommt einer Kompaktleuchtstoffröhre nämlich deutlich schlechter, als einer herkömmlichen Glühbirne und verkürzt deren Lebensdauer erheblich. Hinzu kommt, dass der relativ lange Einschaltvorgang ein vielfaches der Leistung benötigt, als der Dauerbetrieb mit der vollen Leuchtkraft. Und das Erreichen der vollen Leuchtkraft kann kann sogar einige Minuten dauern.

Weiterhin sei angemerkt, dass auch der Herstellungsprozess einer Kompaktleuchtstofflampe gegenüber einer Glühlampe erheblich mehr Energie benötigt. Und wenn man an die Umwelt denkt, dann sollte man auch an Schadstoffe denken. In Kompaktleuchtstofflampen ist nämlich hochgiftiges Quecksilber enthalten. Unter anderem aus diesem Grund dürfen diese Lampen nur als Sondermüll entsorgt werden. Alles super...

Energiesparlampen lassen sich auch nicht ohne weiteres an einem Dimmer betreiben. Das geht nur mit speziellen Energiesparlampen bei denen ein elektronisches Vorschaltgerät integriert ist (erkennbar am nochmals höheren Preis).

Das Licht von Kompaktleuchtstofflampen kann krank machen. Hier gibt es einen sehr interessanten Artikel dazu, in dem ausführlich beschrieben wird, warum und wie Leuchtstofflampen flimmern und Ultraschall abgeben und wie sich deren geringeres und nicht durchgehendes Farbspektrum zusammensetzt. Insbesondere dieses ungenügende Farbspektrum sorgt dafür, dass das Licht von Kompaktleuchtstofflampen im Grunde genommen extrem unbehaglich ist. Aber genau das will man doch in Wohnräumen haben. Man möchte eine behagliche Atmosphäre. Diese tollen neuen Lampen könnten das technisch bedingt aber gar nicht bieten.

Was gibt es für Alternativen?

Zum Glück gibt es ja noch die etwas moderneren Halogenlampen. Diese bieten größtenteils die gleichen Vorteile wie eine herkömmliche Glühlampe, haben aber eine höhere Lichtausbeute und sind damit auch etwas energiesparender. Allerdings wird ein Teil davon auch der Ökodesign-Richtlinie zum Opfer fallen. Lediglich die Niedervolt-Halogenlampen, also die mit einem Netzteil betrieben werden, bleiben zumindest vorerst vollständig im Markt, da diese noch nicht in Energieeffizienzklassen eingeteilt wurden.

Weiterhin sind natürlich die LED-Lampen auf dem Vormarsch. In vielen Einsatzbereichen sind diese bereits jetzt eine echte Alternative zur klassischen Glühlampe. In Taschenlampen z.B. haben LEDs die Glühbirne im Grunde vollständig abgelöst. Auch in anderen Bereichen, insbesondere zur punktuellen Beleuchtung eignen sich LEDs sehr gut. LEDs sind außerdem relativ wartungsfrei und haben in der Regel eine sehr hohe Lebensdauer. Allerdings ist auch bei LEDs das Farbspektrum sehr eingeschränkt, was diese für Einsatz in Wohnräumen als behagliche Beleuchtung ausschließt.

Soweit meine Meinung als Energiesparlampenverweigerer.

Bisher 7 Kommentare

  1. Sven

    4. September 2010, 23:33 Uhr

    Was soll ich dazu groß kommentieren. Du sprichst mir ja aus der Seele. Ich hasse diese Energiesparlampen - hauptsächlich aber wegen des bescheidenen Lichts.
    Wirkliche Alternativen seh ich im Moment nur in den Halogen gefaketen Glühbirnen. Die sehen noch aus wie ne normale Glühbirne und erfüllen den Zweck. Zudem geben sie ein Licht ab, welches dem einer klassischen Glühbirne ziemlich ähnlich ist. Und da ich matte Glüihbirnen noch nie mochte, seh ich darin auch keinen Verlust.
    LEDs werden kommen, ganz klar. Ich nutze die im Moment aber nur zur indirekten Beleuchtung und nicht als E14 oder E27 Ersatz. Ich hab die Erfahrung nicht selbst gemacht, aber immerhin in der Familie mitbekommen, dass man viel Geld ausgeben kann um qualitativ angeblich hochwertige Leuchtmittel zu kaufen. Inzwischen sind die LED Spots und Lampen etwas über ein Jahr alt und mehr als 20% sind hin. Fangen unkontrolliertes Flackern an, verlieren an Intensität, etc. Da sollen die Hersteller noch n bissl dran rum entwickeln bevor ich damit meinen Esstisch beleuchte.
    Im Moment setze ich auf Halogen. Mal sehen, wie lange ich das noch kann...

  2. Guido

    5. September 2010, 11:28 Uhr

    Schaut man sich die Lichtnutzung in der Praxis an, so wird klar, dass die immer wieder vorgerechnete Energieeinsparung bei Energieesparlampen von etwa 70-90% größtenteils eine Luftbuchung ist. Gerade Physikern wie Merkel sollte das klar sein.
    Im Sommer ist es etwa von 6-21 Uhr hell. Da benötigt man kaum elektrisches Licht. Im Winter ist es nur von 8-16 hell. Und weil die Sonne auch tagsüber sehr flach steht und das Licht einen längeren Weg durch die Atmosphäre hat, braucht man selbst tagsüber öfters mal Licht. Und was braucht man noch im Winter? Heizung.
    Die Glühlampe wandelt nur einen Teil der aufgenommen Energie in sichtbares Licht um. Der Rest verschwindet nicht im Nichts (Energieerhaltungssatz), sondern wird als Wärme an der Raum abgegeben. Wenn man nun alle Glühlampen durch ESL ersetzt und die Heizung mit den gewohnten Einstellungen weiter betreibt, so wird man das, was man bei der ESL an Energie einspart, bei der Heizung zusätzlich reinstecken. In der Praxis wird man im Jahresverlauf dann bestenfalls 20% an Energie einsparen.
    Mir liegt Umwelt- und Naturschutz wirklich am Herzen. Aber bitte mit effektiven Mitteln und nicht so einem Unsinn wie Glühlampenverbot und absurd hoher Photovoltaikförderung

  3. Grünspar

    30. Juni 2011, 16:26 Uhr

    Dieses Gerücht mit der "Heizkraft von Glühbirnen" ist einfach aus der Luft gegriffen. Keine Glühbirne trägt in einem durchschnittlichen Zimmer/Wohnung wirklich nachhaltig zur Raumtemperatur bei.

    Auch das Argument mit den höheren Preisen ergo höheren Verdiensten ist nicht zu Ende gedacht. Die höheren Preise stammen von höheren Produktionskosten ab. Wenn man den Spieß umdrehen will, kann man behaupten, dass sie höheren Produktionskosten wie eine Investition in den Arbeitsmarkt wirken.

    Einsparpotentiale und die Betriebsdauer einer Lampe haben übrigens NICHTS miteinander zu tun. Wenn sich das Verhalten des Verbrauchers nicht durch den Einsatz einer Energiesparlampe ändert, wird er diese genau so oft einschalten wie eine Glühbirne. Und ob die Birnen und Lampen jetzt im Dauerbetrieb oder im Schaltbetrieb getestet werden: Bei gleicher Brenndauer liegen die Einsparpotentiale einfach bei 80-90% und zwar nachweislich.

    Niemand behauptet, dass Energiesparlampen DIE Lösung aller Probleme sind. Wie genau richtig bemerkt, werden vor allem LED Lampen auf lange Sicht das Rennen machen. Hier sind die Kosten leider noch viel zu hoch.

    Grüße,
    Grünspar ;)

  4. Thomas Mielke

    30. Juni 2011, 16:37 Uhr

    In Passivhäusern gehören herkömmliche Glühbirnen doch sogar zum Energiekonzept, also stimmt Deine Aussage auch nicht. Und Du gibst genauso wenig wie ich Quellen für Deine Aussage an. Alles eine Lobbyfrage. Aber Kompaktleuchtstofflampen sind und bleiben eine große Umweltsünde mit einem furchtbaren Licht. Sondermüll bleibt Sondermüll.

    PS: Da Du Dir aber so schön viel Mühe mit Deinem Kommentar gegeben hast, habe ich diesen ausnahmsweise mal nicht als Spam gelöscht...

  5. Grünspar
    Grünspar

     

    1. Juli 2011, 15:44 Uhr

    Hm, ok mit den Quellen hast du Recht. In Passivhäusern sind die Glühbrinen einfach nur ein weiteres Verkaufsargument.
    Kurz zur Lichtfarbe: Das ist längst nicht mehr so. Es stimmt, dass die ursprüngliche Leuchtfarbe des Gasgemisches keinen roten Farbton enthält. Dafür wurden die Gläser verändert. Der rote Farbton wird so quasi künstlich erzeugt (durch die Färbung des Glases oder eine Folie). Wir haben selber im ganzen Haus Energiesparlampen - Mit Krankenhaus Feeling hat das nichts zu tun. Das Licht ist genauso behaglich wie das herkömmlicher Glühbirnen.
    Was das Recycling angeht, so entsteht zur Zeit eine mittelständige Industrie, die sich genau darum kümmert. Die Wiederverwertung ist weit vorangeschritten. Guck mal bei Unternehmen wie Lichtzeichen.de.
    Das Problem ist eben, dass viele unbegründete Vorurteile gegenüber Energiesparlampen haben. Klar LEDs sind die bessere Alternative. Aber solange die nicht billiger werden, ist die Energiesparlampe meiner (Verbraucher-)Meinung nach einfach eine gute Lösung.
    Gruß,
    Grünspar

  6. Thomas Mielke

    1. Juli 2011, 16:31 Uhr

    Es geht ja nicht nur um die Lichtfarbe. Diese wird durch Farbfilter, etc. ja nur simuliert. Aber mit Farbfilterung lässt sich das nicht vorhandene Farbspektrum nicht wieder herzaubern. Was ist nicht da ist ist nicht da. Und für das Wohlbefinden ist ein gleichmäßiges und vollständiges Spektrum wichtig. Schau Dir mal den oben bereits verlinkten Artikel an. Das mit dem Farbspektrum gilt übrigens auch für LED-Leuchten. Hinzu kommt auch noch das technisch bedingte Flackern der Leuchtstofflampen. Und auch das Quecksilber lässt sich ebenfalls nicht weg diskutieren.

  7. Fred

    5. August 2011, 18:18 Uhr

    Für ein vollständiges Spektrum kann man Tageslichtlampen, bzw. Vollspektrumlampen, verwenden. Herkömmliche Glühbirnen erzeugen ja auch kein vollständiges Spektrum, sondern ein eher rotes, gemütliches und warmes Licht.

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