Mitarbeitersuche im Web 2.0

Der Ursprungstweet
Der Ursprungstweet

Wie ja viele von Euch mitbekommen haben, habe ich seit Anfang diesen Monats in meiner Firma eine neue Mitarbeiterin. Das Interessante dabei ist allerdings nicht dass, sondern auf welchem Wege ich meine neue Mitarbeiterin gefunden habe.

Endlich Jemanden einzustellen ging mir schon sehr lange durch den Kopf. Vor allem aber wie der Tätigkeitsbereich zu beschreiben und zu benennen ist, war nicht so einfach. Nachdem ich aber endlich eine aussagekräftige Stellenausschreibung für die Kundenbetreuung erstellt und auf meiner Firmenwebsite veröffentlicht hatte, ging es nun darum diese bekannt zu machen.

Eine Stellenanzeige in einer Zeitung oder der Weg über die Bundesagentur für Arbeit kam für mich nicht in Frage, denn als Internetagentur sucht man natürlich online. Und dabei man landet man zunächst automatisch bei den üblichen Verdächtigen wie Monster, Stepstone oder JobScout24.

Allerdings fällt einem dort erst mal die Kinnlade in den Keller, wenn man einen Blick in deren Preislisten geworfen hat. 900,00€ oder mehr – In Worten: Neunhundert Euro – werden da mal schnell für eine vierwöchige Anzeige aufgerufen. Netto versteht sich! Mir ist echt nicht klar, wie diese Preise zu rechtfertigen sind, insbesondere wenn man bedenkt, dass wir hier von einem popeligen Datensatz in einer Datenbank reden, zu dem man eventuell noch ein Firmenlogo hochladen darf. Wenn man sich z.B. JobScout24 ansieht, bei dessen Schwesterfirma ImmoScout24 man für eine Anzeige gerade mal 20,00€ auszugeben braucht und auch noch deutlich mehr Leistung bekommt.

Aber auch bei Kalaydo, einem regionalem Anbieter, der unter anderem mit der Rheinischen Post zusammenarbeitet, sieht es nicht viel besser aus. Ich habe dann noch Heise und t3n in die Betracht gezogen, dort sind die Preise ein wenig günstiger. Aber bei einem Blick in die vorhandenen Stellenangebote zeigte sich schnell, dass die Zielgruppe größtenteils Programmierer sind. Da ich aber keinen Programmierer, sondern jemanden für die Kundenbetreuung gesucht habe, habe ich davon schnell wieder Abstand genommen.

Zuletzt habe ich mir noch XING angesehen. Dort gibt es unter anderem ein Angebot, bei dem man nicht pauschal sondern per Klick bezahlt. Und 0,69€ pro Klick hört sich wirklich erst mal sehr fair an. Da ich aber keinerlei Vorstellung davon hatte, wie viele Klicks da in einem Monat zusammenkommen könnten, habe ich mich doch für ein Pauschalpaket für 395,00€ entschieden. Hierbei ist es dann auch noch möglich ein Logo und ein PDF anzufügen. Außerdem ist die Anzeige natürlich mit meinem XING-Profil und meinem Unternehmensprofil verknüpft. Allerdings immer noch viel Geld für einen Datensatz in einer Datenbank. Naja.

Bis hierhin war ja erst mal noch alles ganz „normal“. Mein erster Schritt nach der Veröffentlichung auf meiner Firmenwebsite war allerdings, dass ich bei Twitter und Facebook auf die Stellenanzeige hingewiesen habe. Es hat eigentlich nur wenige Minuten gedauert, bis ich schon die erste Reaktionen hatte. Viele meiner Follower haben meinen Tweet auch retweetet und ich habe den Hinweis in den folgenden Tagen mehrfach wiederholt.

Nur wenige Stunden nach meinem ersten Hinweis hatte ich sogar schon die erste Bewerbung in meinem eMail-Postfach. Und am folgenden Tag hatte ich dann bereits mehrere Telefongespräche mit Interessenten. Insgesamt haben sich fünf Personen aus meinem direkten Follower-Umfeld ernsthaft für meine Stelle interessiert. Sicherlich kein schlechter Schnitt.

Nur neun Tage nach der Veröffentlichung meiner Stellenausschreibung hatte ich dann bereits ein sehr ausführliches Bewerbungsgespräch mit meiner neuen Mitarbeiterin, bei dem im Grunde schon während des Gesprächs klar war, dass wir uns einig sind. Natürlich haben wir uns beide noch eine Bedenkzeit eingeräumt, aber schon weitere drei Tage später wurde der Vertrag unterschrieben. So schnell kanns gehen.

Die Stellenanzeige bei XING konnte hingegen zwar 72 Klicks verzeichnen, hat aber genau Null Interessenten hervorgebracht. Der größte Teil der Klicks wird dabei wahrscheinlich ohnehin von meinen direkten Kontakten stammen.

Die erste Woche ist bereits vorbei und ich bin mir ziemlich sicher, dass noch viele folgen werden. Und ich weiß auch ganz genau, dass ich bei zukünftigen Stellenausschreibungen auf die teuren Anbieter der Jobdatenbanken verzichten werde.

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