Ich bin endlich wieder Läufer

Meine aktuellen Laufschuhe
Meine aktuellen Laufschuhe

Vor sechs Jahren, im Mai 2011, hatte ich mal angefangen zu Laufen. Als völlig unsportlicher Typ, der in seinem Leben wenig bis gar keinen Sport gemacht hat. Zu meiner eigenen Überraschung hat mir das Laufen sogar Spaß gemacht und ich hatte die Hoffnung, dass ich dabei bleibe. Aber es kam anders.

Das erste Jahr

Ich hatte wirklich langsam angefangen und habe mich über die RunKeeper App anleiten lassen. Immer ein paar Minuten laufen und dann eine Minute gehen. Das hat recht gut funktioniert. Im ersten Monat habe ich es sogar durchgehalten und bin wirklich sehr regelmäßig gelaufen. Im Juni war es dann schon etwas weniger und dann war Ferienzeit und ich habe es ein wenig schleifen lassen.

Nach den Ferien hatte ich dann einen neuen Anfang machen wollen. Aber dann bekam ich plötzlich Probleme mit meinem Knie. Ich hatte es daraufhin mit einigen Tagen Pause noch ein paar Mal probiert, aber es wurde nicht besser, sondern eher schlimmer. Nach innerfamiliärer ärztlicher Rücksprache habe ich es dann erstmal gelassen.

Meine Laufstrecken waren immer zwischen 4km und 4,5km lang, einmal hatte ich es sogar auf 6km gebracht. Allerdings nie Nonstop sondern immer mit kleinen Geh-Pausen zwischendurch. In meiner RunKeeper-Historie sind 23 Läufe mit insgesamt 104km verzeichnet.

Das zweite Jahr

Ein Jahr später habe ich dann einen neuen Anfang gestartet und hatte zumindest erstmal keine Probleme mit dem Knie. Und ich habe sogar das erste Mal an einem Lauf teilgenommen. Einem Benefiz-Lauf über 3km im Rahmen unseres Stadtfestes Kaarst Total.

Ich bin zwar regelmäßig, aber weniger häufig gelaufen. Und im Herbst wurde es mir dann Abends zu dunkel, sodass ich bei einem Lauf sogar beinahe gestürzt wäre. An den Wochenenden, an denen ich tagsüber hätte laufen können, hatte ich dann doch meist etwas Anderes vor und so siegte der innere Schweinehund bis zum nächsten Frühling.

Meine Laufstrecken waren meist zwischen 4km und 5,5km, längere Strecken waren nie dabei. Und ich bin auch nie Nonstop gelaufen, sondern habe weiterhin kurze Geh-Pausen eingelegt. In der RunKeeper-Historie finden sich 22 Läufe mit insgesamt 106km, also im Grunde genauso viele wie im ersten Jahr.

Das dritte Jahr

Im dritten Jahr waren meine läuferischen Ambitionen dann doch deutlich reduzierter. Der innere Schweinehund siegte meistens und so kamen nur 10 Läufe mit insgesamt 48 km zusammen. Und soweit ich mich erinnere, hatte sich auch mein Knie zwischendurch noch einmal gemeldet.

Das vierte, fünfte und sechste Jahr

Die drei vergangenen Jahre braucht man dann kaum noch zu erwähnen. 2014 habe ich es genau einmal geschafft, meine Laufschuhe anzuziehen. 2015 waren es immerhin dreimal. 2016 hatte ich mit großen Vorsätzen gestartet und bin sogar direkt im Januar einmal gelaufen. Im weiteren Jahr dann allerdings gar nicht mehr... So komme ich für diese drei Jahre zusammen also gerade mal auf 23km Gesamtstrecke.

Das siebte Jahr

In diesem Jahr sollte alles anders werden! Nachdem ich im Sommer letzten Jahres mein Spitzengewicht erreicht hatte und sich bei den Untersuchungen im Rahmen meiner Schulter-OP im November herausstellte, dass ich erhöhten Blutdrucke habe und daher seitdem entsprechende Medikamente nehme, musste sich etwas ändern.

Es dauerte dann aber doch noch bis Ende März, als ich mir endlich neue Laufschuhe gekauft habe. Bei den alten hatte sich die Sohle gelöst, sie mussten also ersetzt werden. Außerdem hatte ich gerade meine Pebble in Rente geschickt und mir eine Apple Watch Series 2 gekauft. Beste Voraussetzungen also für einen Neustart. Zusätzlich habe ich mir dann mit den Plantronics BlackBeat FIT noch passende Bluetooth-Kopfhörer gekauft. Es gab also keine Ausreden mehr.

Nach so langer Pause habe ich natürlich erstmal mit einer kurzen Runde angefangen und auch wieder Geh-Pausen eingelegt. Aber ich fühlte mich sehr gut dabei. Dank Bluetooth-Headset und Apple Watch laufe ich jetzt ohne iPhone in der Hand und habe beide Hände frei. Das ist wirklich viel angenehmer.

Bereits nach dem dritten Mal fühlte ich mich so gut, dass ich beim vierten Lauf erstmals die gesamte knapp 6km lange Runde Nonstop gelaufen bin. Zum ersten Mal überhaupt ohne Geh-Pause! Und ich fühlte mich super dabei.

Beim nächsten Mal lief es noch besser, sodass ich irgendwie gar nicht aufhören konnte und so bin ich nach dem Ende meiner normalen Runde einfach weiter gelaufen. Meine Beine wollten einfach noch nicht nach Hause. Nach etwa 6,5km zwang mich dann eine Ampel zu einem kurzen Innehalten und ich dachte „Soweit bis Du noch nie gelaufen, mach mal eine Geh-Pause.“ Aber bereits nach 100 Metern meldeten sich meine Beine wieder, die lieber laufen als gehen wollten. Und so beendete ich mit einem Glücksgefühl die mit 8km bisher längste Runde meines Lebens, die ich sogar quasi Nonstop gelaufen bin.

Es folgten dann noch zwei weitere 5km-Runden die ich natürlich auch Nonstop gelaufen bin. Und dann – nur einen Monat nachdem ich wieder mit dem Laufen begonnen hatte – habe ich die magische 10km-Marke geknackt. Zumindest fast, denn es fehlten 140 Meter, da mir die RunKeeper die Zwischenzeit irgendwie zu früh hochgerechnet hatte. Leider hatte ich das erst zu spät bemerkt, denn die paar Meter hätte ich auch noch geschafft.

Es sollte aber nur eine Woche und zwei kurze 5km-Runden dauern, bis ich die 10km-Marke offiziell erreicht hatte. Wahnsinn! So viele persönliche Erfolge in so kurzer Zeit!

Es folgten dann zwei- bis dreimal die Woche weitere Läufe, meist über eine 5-6km Distanz, natürlich immer Nonstop und ganz ohne Geh-Pausen. Dreimal hatte ich die 10km-Distanz inzwischen geschafft, bis ich dann – und ich kann es selber kaum glauben – nur zwei Monate nach meinem Neubeginn bereits die 15km-Marke geknackt habe. Natürlich Nonstop und Glücklich.

So ging es dann weiter. Ich habe regelmäßig meine 5-6km-Runden absolviert und hatte mir vorgenommen aus jedem dritten oder vierten Lauf eine längere Runde zu machen. Ich plane das zwar nie vorher, sondern mache das von meiner Tagesform abhängig und entscheide eher spontan während des Laufs. Meine Runden hier auf den Feldern habe ich mir so ausgesucht, dass sich diese jederzeit verlängern oder verkürzen kann.

Bisher bin ich immer gelaufen, ohne etwas zu Trinken mitzunehmen. Da ich jetzt aber häufiger längere Strecken laufe und es immer Sommer doch auch recht warm ist, ist das sicher keine gute Idee. Ich habe mir daher einen Trinkgürtel zugelegt. Der trägt sich sehr bequem und stört auch mit zwei vollen Flaschen (2x170ml) nicht. Und er sieht weniger doof aus, als ich befürchtet habe...

Das Knie meldete sich wieder

Dann kam aber ein Lauf, bei dem ich besser auf meinen Körper hätte hören sollen. Ich hatte die 10km bereits abgelaufen, fühlte mich aber fit genug, um noch weiter zu laufen. Also wollte ich meinen zweiten 15K schaffen. Aber nach ca. 12km meldete sich plötzlich mein Knie. Es fing an zu schmerzen, aber ich versuchte darüber hinweg zu sehen, denn ich wollte die 15km unbedingt noch einmal schaffen. Ich versuchte es mit längeren oder kürzeren Schritten und versuchte weicher abzurollen. Das brachte aber keinen Erfolg und ich bin trotz schmerzendem Knie die 15km zu Ende gelaufen.

Das war aber definitiv ein Fehler, denn die Schmerzen im Knie waren auch noch nach ein paar Tagen zu spüren. Ich habe fast zwei Wochen Pause gemacht und bin dann eine kleine 6km Runde gelaufen. Das ging eigentlich ganz gut, aber das Knie meldete sich dann nach dem Lauf doch noch zurück und auch am nächsten Tag war das noch ein wenig zu spüren. Ich begann dann doch, mir Sorgen zu machen. Denn das Laufen machte mir soviel Spaß, dass ich nicht gezwungen sein wollte, es wieder aufzugeben.

Die folgenden Läufe ging ich dann vorsichtiger an und blieb bei der kurzen 6km-Distanz. Das Knie meldete sich zwar zwischendurch zwar immer nochmal kurz, aber nach ein paar hundert Metern war es wieder ok. Ich hoffe, dass das auch so bleibt. Meine letzten Läufe waren wieder problemlos und ich habe zwischenzeitlich noch einmal einen 10km und auch einen 12,5km Lauf absolviert.

Wie geht es weiter?

Das Laufen macht mir wirklich viel Spaß und ich beende jeden Lauf mit einem Glücksgefühl. Mein Ziel ist jetzt erstmal, dass ich die Regelmäßigkeit erhalte und weitere 10km und 15km Läufe absolviere. Das Ganze natürlich schmerzfrei. Vor allem will ich es schaffen, auch im Herbst und Winter zu laufen und eben keine Winterpause einzulegen. Ob ich mich auch an die Halbmarathon-Distanz heranwagen soll oder sogar einen Halbmarathon mitlaufe, das weiß ich noch nicht.

Immerhin habe ich in diesem Jahr bereits 38 Läufe absolviert und dabei insgesamt 260km zurückgelegt. Also schon fast so viel wie in den Jahren zuvor zusammen. Und einige Kilo abgenommen habe auch bereits.

Mein erster 15K
Mein erster 15K

Bisher 6 Kommentare

  1. dimido66

    dimido66

    @dimido66

    24. Juli 2017, 08:31 Uhr

    Glückwunsch zur "Reaktivierung".

    Das Problem von schmerzenden Gelenken oder Muskeln durch viel Laufen kenne ich leider gut. Ich laufe täglich und da ziept immer irgendwas. Aber als 50+ ist man wohl tot, wenn man keine Schmerzen hat. Wie auch immer. Ich laufe aufgrund des hohen Pensums immer so 3-4 Laufschuhe im täglichen Wechsel. Eigentlich immer, so wie Du, den GT-2000. Vor ein paar Wochen habe ich mal wieder drei paar Schuhe ausgetauscht und mir zu den GT-2000 einen Schuh von Brooks dazu gkauft. Der Schuh hat eine ganz andere Charakteristik und es war anfangs etwas komisch damit zu laufen, aber ich habe den Eindruck, dass diese geänderte Belastung einen positiven Einfluss auf die "Beschwerden" hat. Vielleicht auch mal eine Überlegung wert. Und ich habe tatsächlich für mich festgestellt, dass es nicht nur eine Verkaufsstrategie der Hersteller ist, dass man die Schuhe nicht zu lange laufen sollte. Die Dämpfung baut doch recht stark ab. Deshalb sortiere ich die Schuhe nun nach ca. 1.000 KM pro Schuh aus.

    Dann wünsche ich noch viele schmerzfreie Läufe.

  2. Thomas Mielke

    24. Juli 2017, 08:35 Uhr

    @Dimido66: Ich bin recht optimistisch, dass ich das mit dem Knie, oder auch sonstigen Wehwehchen, in den Griff bekomme. Daher plane ich meine Läufe ja auch nicht unbedingt vorher, sondern entscheide während des Laufens, ob mir die längere Strecke zutraue, oder eben nach meiner kleine Standard-Runde aufhöre.

    Das mit einem weiteren Paar Schuhe sollte ich mir aber vielleicht wirklich mal überlegen...

  3. Martin

    24. Juli 2017, 16:54 Uhr

    Das mit dem Knie kann durchaus am falschen Schuh liegen. Lass dich mal in einem Fachgeschäft beraten, am besten inkl. Laufanalyse.

    Wo genau tut es denn weh im Knie? Außen? Dann ist es womöglich das Ilio-Tibiale Band-Syndrom. Bekommst du einfach in den Griff:
    https://runomatic.de/die-blackroll-gegen-das-laeuferknie/

  4. Thomas Mielke

    24. Juli 2017, 16:55 Uhr

    @Martin: So eine Laufanalyse habe ich ja bei Runners-Point gemacht. Daher habe ich ja diese Schuhe, die nach Innen etwas stabiler sind. Gibts auch einen Fachausdruck für, ist mir aber entfallen. Deine Links schaue ich mir mal an. Bei den letzten Läufen hatte ich ja keine Problem mehr. Aber ich beobachte das.

  5. Martin

    24. Juli 2017, 17:24 Uhr

    Der Fachausdruck ist "Überpronation".
    Ob die gestützten Schuhe das Non-Plus-Ultra sind, sei mal dahin gestellt. Manchmal machen sie mehr kaputt, als dass sie helfen. Mich würde nicht wundern, wenn du mit einem leichten Neutralschuh bzw. mit einem Schuh mit wenig Sprengung weniger Probleme hättest.

  6. Thomas Mielke

    24. Juli 2017, 17:27 Uhr

    @Martin: Das könnte der Fachausdruck gewesen sein... Ich fühle mich mit den Schuhen nicht schlecht, aber ich werde das mit dem Knie mal weiter beobachten. Der Gedanke an ein zweites/anderes Paar Schuhe ist auch schon da, sodass ich die Schuhe abwechseln könnte. Mal sehen...

Dein Kommentar?

Menschlich? Dann gib bitte die 5 Zeichen genau so ein, wie Du sie in der Grafik lesen kannst. Keine 5 Zeichen? Erzeuge einfach einen neuen Code.

Gravatar:

Wenn Du möchtest, dass Dein Bild neben Deinem Kommentar erscheint, dann melde Dich einfach bei Gravatar an.

Nutzungshinweise:

Dein Kommentar erscheint nicht automatisch, sondern wird erst nach einer Prüfung manuell freigeschaltet. Ich behalte mir vor alle Kommentare zu löschen, die

  • rassistische, sexistische oder gewaltverherrlichende Inhalte haben,
  • zu kriminellen Aktionen aufrufen oder diese verteidigen,
  • beleidigende Inhalte besitzen,
  • Werbung für Dritte darstellen oder deren Inhalte einem Link auf fremde Angebote gleichkommt.

Mit der Freischaltung Deines Kommentars werden außer Deiner eMail-Adresse alle von Dir angegebenen Daten auf meiner Website veröffentlicht. Die Übermittlung Deiner persönlichen Daten erfolgt auf freiwilliger Basis. Du hast jederzeit die Möglichkeit mit einer eMail oder auf postalischem Wege, Deinen Eintrag löschen zu lassen.

Wenn Du das Formular absendest, erklärst Du Dein Einverständnis mit diesen Bedingungen.