Seit einem Jahr bin ich jetzt Läufer

Seit einem Jahr bin ich jetzt Läufer
Seit einem Jahr bin ich jetzt Läufer

Seit ich vor einem Jahr wieder mit dem Laufen begonnen habe ist viel passiert. So intensiv wie in den vergangenen 12 Monaten habe ich vermutlich in meinem ganzen Leben noch keinen Sport gemacht. Zu meinem eigenen Erstaunen macht es mir aber immer noch sehr viel Spaß. Ich habe es sogar geschafft, den ganzen Winter hindurch mein Laufpensum beizubehalten. Ich bin deutlich schneller geworden und habe seit dem letzten Frühjahr über 1200 Kilometer zurückgelegt. Insgesamt vier paar Laufschuhe habe ich mir im Laufe des Jahres zugelegt. Und ich habe mich für den Herbst zu einem Halbmarathon angemeldet. Aber der Reihe nach.

Ein Rückblick

Bereits in den ersten Monaten meines neuen Hobbys habe ich eine Reihe persönlicher Bestleistungen erreicht. Ich bin Strecken von 10 und sogar 15 Kilometern gelaufen, was ich zuvor nie für möglich gehalten hätte. Natürlich waren diese langen Strecken anfangs mehr eine Qual als ein Genuss. Ich musste schon kämpfen, um es mir selber zu beweisen.

Dabei habe ich leider auch feststellen müssen, dass das nicht immer die beste Entscheidung war. Denn mein Knie, dass mir in den Jahren zuvor immer mal Probleme bereitet und mich so zur Aufgabe gezwungen hatte, fing wieder an zu schmerzen. Ich bin dann ein paar Wochen etwas kürzer getreten und hatte erstmal keine weiteren Probleme. Allerdings meldete sich das Knie ab Herbst wieder regelmäßig so ab dem fünften Kilometer zurück. Mal etwas mehr, mal etwas weniger. Ich war sogar kurz davor ein MRT machen zu lassen. Das Laufen aufzugeben war einfach keine Option.

Was ist jetzt mit dem Knie?

Mit Beginn der Weihnachtsferien habe ich dann entschieden, eine Regenerations-Pause einzulegen und erst im Januar wieder die Laufschuhe anzuziehen.

Letzter Lauf in diesem Jahr. Mit neuer Bestzeit. Und das Jahresziel erreicht. Jetzt erstmal das Knie schonen.… twitter.com/i/web/status/9…

Und das war eine sehr gute Entscheidung. Es war zwar nicht einfach, weil mich immer mal wieder die Lust gepackt hat, vor allem wenn ich andere Läufer gesehen habe und ich in den Ferien ja auch genug Zeit gehabt hätte bei Tageslicht zu laufen. Aber es war gut, diese Pause einzulegen. Die zehn Tage waren übrigens meine längste Laufpause seit dem Wiederbeginn Ende März 2017.

Der erste Lauf im neuen Jahr war dann direkt über die 10 Kilometer-Distanz und zwei Tage später bereits mit neuer persönlicher Bestzeit über 15 Kilometer. Aber das Wichtigste: Die Läufe waren komplett schmerzfrei. Das Knie schien diese Pause wirklich gebraucht zu haben. Bisher hatte ich auch keinerlei neue Probleme.

Wie war der Winter?

Laufen auf TexelWenn man – wie es vermutlich die Meisten machen – im Frühjahr (wieder) mit dem Laufen beginnt, dann hat man ja bis zum Beginn des Herbstes meist schönes Wetter und es ist Abends lange hell. Spätestens die Zeitumstellung im Oktober ist dann aber ein Einschnitt, ab dem man sich über die nächsten Monate Gedanken machen muss. Das betrifft nicht nur die Kleidung, die wegen der kühleren Temperaturen dann nicht mehr nur aus T-Shirt und kurzer Hose besteht, sondern auch die Zeit zu der man läuft.

Im Dunkeln durch BüttgenIch laufe am liebsten Abends, auch als Ausgleich zum beruflichen Alltag. Man bekommt da einfach den Kopf frei und kann abschalten. Zunächst wollte ich nicht im Dunklen laufen, eine Stirnlampe oder Ähnliches finde ich irgendwie störend. Und nur am Wochenende tagsüber zu laufen war mir auch zu wenig. Daher habe ich es mit morgendlichen Läufen probiert – noch vor dem Frühstück, direkt nachdem sich die Kids auf den Weg zur Schule gemacht haben. Aber so richtig anfreunden konnte ich mich damit nicht.

Laufen bei jedem Wetter, zum Beispiel bei SchneeIch habe dann zunächst meine abendlichen Runden durch den Ort gedreht. Die Straßen sind hier überall beleuchtet, allerdings gibt es hier im Stadtgebiet seit der Komplettumstellung auf LED doch einige dunkle (Stolper-)Ecken und man ist teilweise froh, wenn die Bewegungsmelder der Anwohner ein zusätzliches Licht einschalten. Im Ort kommt man auch nur auf 5-6 Kilometer, wenn man nicht einen kompletten Zick-Zack-Kurs laufen will. Außerdem bin ich kein Freund von unebenen Bürgersteigen, bei denen man sich mal schnell vertritt.

Laufen bei jedem Wetter, zum Beispiel bei NebelBei uns sind aber auch die Fahrradwege an den Landstraßen, die die Ortsteile verbinden, komplett beleuchtet – sogar vielfach besser als viele Straßen innerorts. Und so habe ich mir dann eine schöne 10K-Runde einmal quer durch alle Ortsteile zusammengestellt. Damit kam ich gut zurecht und bin teilweise wirklich spät gelaufen. Mit dem weiteren Vorteil, dass kaum noch Verkehr war. Es war wirklich toll durch die teilweise klare kalte Nacht zu laufen. Eine Stirnlampe brauchte ich also nicht, aber ich habe zur Sicherheit Armbänder mit roten LEDs als „Positionsleuchten“ getragen.

Die Tage werden ja nun wieder länger und die ersten Läufe in kurzer Hose und T-Shirt habe ich auch schon wieder absolviert. Erstaunlicherweise habe ich mich mittlerweile sogar an die kalten oder zumindest kühlen Tage gewöhnt, sodass es mir aktuell fast schon wieder zu warm ist.

Persönliche Erfolge und Bestzeiten

Ich hatte im letzten Jahr aus mehreren Gründen wieder mit dem Laufen begonnen. Neben der allgemeinen Fitness und der Gewichtsreduktion – ich habe inzwischen in der Tat 8-10 Kilo abgenommen – war aber auch der Bluthochdruck ein wichtiger Aspekt.

Blutdruck

Bei Untersuchungen im Rahmen meiner Schulter-OP Ende 2016 hatte sich gezeigt, dass ich erhöhten Blutdruck habe und musste seitdem entsprechende Medikamente nehmen. Allerdings wies mein Arzt daraufhin, dass neben einer Gewichtsreduktion oder einer Ernährungsumstellung, insbesondere Ausdauer-Sportarten den Blutdruck mittelfristig senken könnten. Allerdings machte er mir wenig Hoffnung, komplett auf Medikamente verzichten zu können. Aber ich sollte ihn eines Besseren belehren.

Dazu hatte ich mir das Withings-Blutdruckmessgerät zugelegt, um so jeden Tag meinen Blutdruck aufzuzeichnen. Natürlich war der Blutdruck durch die Medikamente auf einem normalen Niveau, aber ich wollte einfach wissen, ob sich dieses Niveau auch nur durch mein Laufen halten lässt. So habe ich im Herbst in Absprache mit meinem Arzt die Medikamente über einen Zeitraum von mehreren Wochen langsam reduziert und nehme seit Ende des Jahres keine Medikamente mehr. Und in der Tat ist mein Blutdruck immer noch auf einem normalen Niveau! Das ist für mich wirklich ein persönlicher Erfolg.

Bestzeiten

Vergleich meiner beiden Standard-Routen 5K (oben) und 10K (unten)Schnellere Zeiten waren für mich vor allem Anfangs nicht unbedingt ein Ziel, aber ich müsste lügen, wenn ich mich nicht trotzdem über jede neue Bestzeit im Training gefreut habe. Und diese finde ich persönlich inzwischen schon recht ansehnlich.

Habe ich für meine ersten 10K Läufe noch deutlich über eine Stunde gebraucht und diese mit einer durchschnittlichen Pace von 7:25min/km abgeschlossen, laufe ich diese Distanz mittlerweile locker unter einer Stunde (aktuelle Bestzeit 56m:43s) mit einer Pace von ca. 5:45min/km.

15K in 1h:27m:13sAuch die 15K Distanz, für die ich beim ersten Mal noch fast zwei Stunden (1h:49m:07s) unterwegs war, habe ich zuletzt mit einer neuen Bestzeit von nur noch 1h:27m:13s absolviert. Das sind Zeiten, die ich vor einem Jahr niemals für möglich gehalten hätte und darauf bin ich durchaus sehr stolz. Im Schnitt habe ich mich im Laufe des Jahres also kontinuierlich um mehr als eine Minute pro Kilometer gesteigert.

Sogar die Halbmarathon-Distanz habe ich bereits zweimal geschafft, auch wenn mir beim ersten Versuch ein paar hundert Meter gefehlt haben. Ich weiß jetzt aber, dass ich diese Strecke laufen kann. Und daher habe ich mich bereits für meinen ersten offiziellen Halbmarathon angemeldet. Beim Viactiv-Rhein-City-Run am 14. Oktober will ich mir meine erste Finisher-Medaille abholen. Die Strecke führt dabei von Düsseldorf aus immer am Rhein entlang bis nach Duisburg.

Jahresziel

Jahresziel 1200km | Wochenziel 25kmIm Jahr 2017 bin ich in 92 mal gelaufen und habe dabei insgesamt 755 Kilometer zurückgelegt. Unterwegs war ich dafür ca. 81 Stunden. Das ist deutlich mehr als das doppelte aller voran gegangenen Jahre zusammen. Auf dieser Basis habe ich mir dann für dieses Jahr das Ziel von 1200 Kilometern gesetzt. Das wären also ca. 25 Kilometer pro Woche.

Mit aktuell 418 Kilometern in 46 Läufen bin ich diesem Ziel bereits 64 Kilometer komfortabel voraus. Wenn ich dieses Pensum beibehalte oder sogar noch etwas ausbaue, werde ich mein Jahresziel vermutlich noch einmal etwas nach oben anpassen. Gerade für die Vorbereitung des Halbmarathons sind ja noch einige Trainingskilometer notwendig.

Meine intensivste Woche bisher war in den Osterferien auf Texel. Wir waren dort mit dem Leichtathletik-Verein der Kinder auf Jugendpflegefahrt und natürlich waren auch viele andere sportbegeisterte Eltern dabei. Es war also tägliches Laufen angesagt und dadurch bin ich in dieser Woche auf über 50 Kilometer gekommen.

Wenn mir Anfang des Jahres jemand erzählt hätte, dass in diesem Jahr so viel laufen werde wie in meinem ganzen Lebe… twitter.com/i/web/status/9…

Tracking

Im letzten Jahr hatte ich meine Läufe zunächst wieder mit Runkeeper getrackt, habe dann aber im Laufe des Jahres angefangen parallel Strava zu nutzen. Inzwischen bin ich komplett zu Strava gewechselt und habe dort auch alle meine bisherigen Aktivitäten importiert. Das User-Interface und die Auswertungen finde ich dort einfach deutlich besser.

Am Arm trage ich eine Apple Watch Series 2, die mir aus meiner Sicht alle notwendigen Daten zuverlässig zur Verfügung stellt. Eine spezielle Laufuhr z.B. von Garmin oder Polar benötige ich nicht. Auch auf einen gesonderten Pulsgurt habe ich bisher verzichtet.

Waren mir Anfangs nur die aufgezeichneten Strecken und die Gesamtzeiten wichtig, blicke ich nun während des Laufen deutlich häufiger auf die Uhr, um die aktuelle Pace und den Puls im Auge zu behalten. Nach jedem Lauf analysiere ich die aufgezeichneten Daten, vergleiche mit vorherigen Läufen und versuche daraus zu lernen.

Ich will nicht behaupten, dass ich problemlos nach Puls oder in einer bestimmten Pace laufen kann. Aber ich kann mittlerweile schon einigermaßen gut einschätzen, wie schnell ich gerade laufe. Und ich kann in der Regel schon vor dem Lauf entscheiden, welche Strecke ich laufen will und auch kann. Außerdem bin ich vernünftiger geworden und höre auf das, was mein Körper mir sagt.

Die nächsten Ziele

Das nächste Ziel ist also wie gesagt das Absolvieren eines Halbmarathons. Ich will aber auch an weiteren 5K oder 10K Läufen teilnehmen. Der Erste steht bereits in Kürze an. Für den 6. Mai habe ich mich beim Schloss Dyck Lauf anmeldet und werde dort die 10K Distanz laufen. Zwei Runden geht es dabei durch den Schloss-Park. Darauf freue ich mich schon.

Das webandmore Shirt für den Firmenpuls 2017Im letzten Jahr habe ich mit meinen Mitarbeitern bereits spontan beim Firmenpuls in Neuss teilgenommen. Dazu hatten wir sogar T-Shirts drucken lassen. Auch in diesem Jahr wollen wir wieder an einem Firmenlauf teilnehmen. Ob das wieder der Firmenpuls wird oder vielleicht der Run & Fun Firmenlauf in Mönchengladbach haben wir noch nicht entschieden.

Mein aktuelles Ziel ist also insbesondere, einen erfolgreichen Halbmarathon zu laufen und das Ziel zu erreichen. Die Zeit spielt da aktuell noch eine sehr untergeordnete Rolle. Aber wenn ich mir meine kontinuierliche Weiterentwicklung und meinen aktuellen Trainingsstand ansehe, dann könnte es durchaus sein, dass ich mir da noch Ziele setze. Bis Oktober ist ja noch viel Zeit. Aktuell konzentriere ich mich erstmal noch auf die 5K, 10K oder auch die 15K Distanz.

Weitere Meilensteine wären das Erreichen der 30K Distanz und wenn man bereits soweit denkt, dann schweifen die Gedanken auch unweigerlich in Richtung Marathon. Davon bin ich aber sicher noch weit entfernt. Ich habe irgendwann mal gesagt, wenn ich in meinem Leben mal einen Marathon laufen werde, dass dieser in New York City sein muss. Das ist natürlich ein Traum, aber an dieser Aussage halte ich fest. Mal sehen was die Zukunft bringt...

Keep on Running!

Laufen auf Texel
Laufen auf Texel
Im Dunkeln durch Büttgen
Im Dunkeln durch Büttgen
Laufen bei jedem Wetter, zum Beispiel bei Schnee
Laufen bei jedem Wetter, zum Beispiel bei Schnee
Laufen bei jedem Wetter, zum Beispiel bei Nebel
Laufen bei jedem Wetter, zum Beispiel bei Nebel
Vergleich meiner beiden Standard-Routen 5K (oben) und 10K (unten)
Vergleich meiner beiden Standard-Routen 5K (oben) und 10K (unten)
15K in 1h:27m:13s
15K in 1h:27m:13s
Jahresziel 1200km | Wochenziel 25km
Jahresziel 1200km | Wochenziel 25km
Das webandmore Shirt für den Firmenpuls 2017
Das webandmore Shirt für den Firmenpuls 2017

Bisher 1 Kommentare

  1. Marc

    18. April 2018, 22:11 Uhr

    Find ich cool! Richtig gut aber ist die Tatsache, dass du keine Medikamente mehr nehmen musst.

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