Neue Endstabgleiter für unsere Rollladen aus dem 3D-Drucker

Der neue Endstabgleiter
Der neue Endstabgleiter

Unser Haus, das wir vor gut 12 Jahren gekauft haben, wurde in der 1970ern gebaut. Wir haben zwar seinerzeit umfangreich renoviert und unter anderen auch die Fenster modernisiert, allerdings haben wir dabei die Rollladen nicht ausgetauscht. Inzwischen haben wir nach und nach sogar die meisten Rollladen elektrifiziert und an unser Smarthome angebunden, aber auch dabei haben wir die Lamellen behalten und nur einen Motor in die Achse eingebaut.

Ein alter EndstabgleiterDie Lamellen sind eigentlich immer noch in einem guten Zustand, aber kürzlich stellte ich dann doch fest, dass bei einigen Rollladen die Führung in der unteren Lamelle porös ist und anfängt sich aufzulösen. Die untere Lamelle – die, wie ich inzwischen gelernt habe, Endleiste oder Endstab heißt – ist ein Aluminium-Profil und hat seitlich eingesetzte Führungen aus Kunststoff. Und diese sogenannten Endstabgleiter, wie ich ebenfalls inzwischen gelernt habe, geben wohl langsam auf.

Einfach austauschen?

Die Reste der alten EndstabgleiterBei Amazon findet man zwar diverse Endstabgleiter, ich musste aber schnell feststellen, dass diese nur für aktuelle Generationen von Rollläden angeboten werden. Hinzu kommt, dass ich diese auch gar nicht so einfach austauschen könnte, ohne den Rollladenkasten zu öffnen, da ich die Endstabgleiter ja von der Seite einschieben muss. Aber da steckt der Rollladen ja in der Führungsschiene. Abgesehen davon, dass mir das viel zu aufwendig wäre, käme ja auch noch ein entsprechender Renovierungsaufwand hinzu, weil die Rollladenkästen tapeziert oder verputzt sind. Das Entfernen der alten Gleiter stellt übrigens kein Problem da, weil diese wie gesagt so porös sind, dass sich diese recht leicht herausbrechen lassen.

Warum nicht selber drucken?

Die Endstabgleiter im DruckerAlso blieb nur selber machen. Praktischerweise hatte ich mir ja erst kürzlich einen 3D-Drucker zugelegt und damit unter anderem bereits eine Wandhalterung für unsere Smarthome-Zentrale entworfen und gedruckt. Was lag also näher, das auch hier zu machen. Neben der Form, die ich nachbauen musste, war aber vor allem zu überlegen, wie ich die 3D-gedruckten Endstabgleiter dann in die untere Lamelle gesteckt bekomme.

Die erste Version

Endstabgleiter – Erste VersionDas Aluminium-Profil ist im Gegensatz zu den restlichen Kunststoff-Lamellen nicht geschlossen, also kein Hohlkörper, sondern auf der Innenseite offen. So kam ich auf die Idee, den Endstabgleiter aus drei Teilen zu bauen. Einmal den eigentlichen Gleiter, den ich dann einfach von unten in der Führung neben die untere Lamelle (das Aluminium-Profil) schieben kann. Und dann zwei weitere Teile, die ich dann nacheinander in das offene Profil lege, dort übereinander schiebe und seitlich in eine Öffnung des eigentlichen Gleiters stecke.

Mit Tinkercad war meine Idee schnell umgesetzt und nach dem Druck war ich zunächst von der Passgenauigkeit begeistert. Die losen Teile ließen sich perfekt zusammenstecken. In der Praxis zeigte sich aber, dass diese Version doch untauglich war, weil die Teile nicht so richtig in das Profil passten, sich mit einer Zange nicht greifen ließen und ein zusammenstecken auch aus Platzgründen nicht möglich war.

Die zweite Version

Endstabgleiter – Finale VersionAlso musste ein anderes Konzept her. Dazu habe ich mir die Teile der herausgebrochenen alten Endstabgleiter noch einmal genauer angesehen und neu vermessen – für die erste Version hatte ich nur am Aluminium-Profil Maß genommen. Dabei stellte ich fest, dass die Teile noch ein paar Nuten benötigen und dass diese für die linke und die rechte Seite gespiegelt werden müssen.

Ein Haufen neuer EndstabgleiterMeine zweite Version besteht wieder aus drei Teilen. Dabei blieb der eigentliche Gleiter unverändert. Beim zweiten Teil habe ich mich nun sehr stark an der Formgebung der alten Endstabgleiter orientiert und davon jeweils eine Version für die linke und die rechte Seite erstellt. Dieses Teil ist nur so lang, dass es noch seitlich über die Führungsschiene in das Aluminium-Profil gesteckt werden kann. Das dritte Teil ist dann eigentlich nur ein Stab, den ich durch die durchgehende Öffnung des zweiten Teils hindurch bis in die Öffnung des Gleiters schiebe. Damit ich den Stab besser greifen kann habe ich noch ein kleines Loch vorgesehen, sodass ich den Stab mit Hilfe einer Spitzzange besser halten kann.

Die neuen Endstabgleiter

Der neue Endstabgleiter wird eingeschobenDa die Aluminium-Profile so alt sind wie unser Haus, hat sich über die Jahre natürlich entsprechend Schmutz abgesetzt und eine leichte Korrosion ist auch vorhanden. Das musste ich also noch ein wenig reinigen und es war teilweise etwas mehr Kraft nötig, das zweite Teil in das Profil zu drücken, aber nun sitzen die neuen Endstabgleiter perfekt und es wackelt nichts. Die eigentlichen Gleiter sind nun auch etwas dicker als die alten Gleiter und passen somit besser in die Führung der Fensterrahmen. Damit klappert es bei Wind auch etwas weniger.

Gedruckt habe ich mit normalen PLA. Einige der neuen Endstabgleiter schon einige Monate im Einsatz und bis jetzt sehen die immer noch aus wie neu. Das heißt, zumindest die Hitze und die pralle Sonne im Sommer hat nicht geschadet. Mal sehen wie es im Winter aussieht. Und falls die Endstabgleiter nur ein paar Jahre halten, dann drucke ich halt neue ;-)

Bisher 1 Kommentare
  1. Schidi

    Schidi

     

    14. September 2019, 14:22 Uhr

    Man man man, Du bist ja nicht nur Blog-Betreiber, Entwickler, Fotograf, Netzwerker oder Marathon Läufer, sondern an Dir ist anscheinend auch noch ein Ingenieur verloren gegangen! *Respekt* Ich hätte bestimmt auch schon das Ein oder Andere 3D-drucken können. Zuletzt etwas für unseren Staubsauger, aber da hat der Hersteller uns problemlos weiterhelfen können. Ich werde mir aber bestimmt noch irgendwann einen 3D Drucker zulegen, immerhin sind diese ja mittlerweile erschwinglich.

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